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Appell an Politik und "Netzgemeinde" "Tatort"-Autoren gegen Umsonstkultur des Internets


Sie fühlen sich durch die Umsonstkultur des Internets bedroht. Damit ihre Werke in Zukunft geschützt werden, schrieben 51 "Tatort"-Autoren einen offenen Brief an Parteien und die Netzgemeinde.

51 "Tatort"-Autoren machen sich mit einem gemeinsamen Appell für den Schutz des Urheberrechts im Internet stark. In einem offenen Brief an die Grünen, Piraten, Linken und die "Netzgemeinde" prangern sie eine Propagierung einer Kostenlos-Mentalität im Web an. Es gebe in der Argumentation der Netzaktivisten eine "demagogische Gleichsetzung von frei und kostenfrei".

"Die Menschenrechte garantieren in der Tat einen freien, aber doch keinen kostenfreien Zugang zu Kunst und Kultur", heißt es in dem Schreiben vom Donnerstag. Die "Umsonstkultur" derjenigen Internet-Nutzer, die massenhaft illegal urheberrechtlich geschütztes Material nutzten, solle so "in den Rang eines Grundrechts gehievt werden".

Werke sind "ernsthaft bedroht"

"Fakt ist, dass die Urheberrechte in der Bundesrepublik nicht nur durch die Verfassung, sondern auch durch zahllose, völkerrechtlich verbindliche Verträge auch innerhalb der EU ultimativ verbrieft sind", heißt es weiter in dem Brief, der unter anderem von bekannten Drehbuchschreibern wie Fred Breinersdorfer, Orkun Ertener oder Felix Huby unterzeichnet wurde. Ohne eine angemessene Vergütung der Urheber seien deren Werke ernsthaft bedroht. Die Netzpolitiker aller Parteien sollten sich von ihren Kulturpolitikern erklären lassen, "dass die nachhaltige Produktion qualitativ hochwertiger Kunst und Kultur nicht amateurhaft, also wie Wikipedia organisiert werden kann. Immerhin leben hunderttausende Menschen von kreativer Arbeit..."

Die Drehbuchautoren wehren sich auch dagegen, dass die Kontrolle und Ahndung von Urheberrechtsverletzungen häufig mit Zensur gleichgesetzt werde: "...und bitte nicht jede Missbrauchskontrolle bei Providern und Usern gleich als den definitiven Untergang des Abendlandes anprangern".

kgi/DPA DPA

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