"Kommissar Beck: Vilhelm"
Bahnt sich in Staffel zehn ein Generationenwechsel an?

  • von Susanne Bald
Der alte und der neue "Kommissar Beck": Martin (Peter Haber, links) macht sich Sorgen um seinen Enkel und Kollegen Vilhelm (Valter Skarsgård), der sein kriminalistisches Gespür geerbt zu haben scheint.
Der alte und der neue "Kommissar Beck": Martin (Peter Haber, links) macht sich Sorgen um seinen Enkel und Kollegen Vilhelm (Valter Skarsgård), der sein kriminalistisches Gespür geerbt zu haben scheint.
© ZDF/Johan Paulin

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Der Krimi-Dauerbrenner um den Stockholmer Mordermittler geht mit vier neuen Filmen in die zehnte Staffel. Eine zentrale Rolle nimmt dabei der Enkel des Titelhelden ein. Könnte Vilhelm bald der neue "Kommissar Beck" werden?

Die Buchreihe des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö über den Stockholmer Ermittler Martin Beck erschienen zwischen 1965 und 1975 und zählen wohl zu den bekanntesten skandinavischen Kriminalromanen. Sie können mit Fug und Recht als Ursprung des gesellschaftskritischen Nordic Noir bezeichnet werden, von dem Krimifans in aller Welt nicht genug zu bekommen scheinen.

Seit 1997 ermittelt Peter Haber in der auf den Motiven der Bücher basierenden schwedisch-deutschen TV-Adaption "Kommissar Beck". 50 Filme in neun Staffeln waren in der Reihe bisher zu sehen. In Staffel sieben übernahm Alex Beijer (Jennie Silfverhjelm) die Leitung der Mordkommission, Beck, nun um die 70, agierte zunehmend als Berater eines verjüngten Teams im Hintergrund statt an vorderster Front. Dass der Kommissar zuletzt allerdings in die Abteilung für Sexualstraftaten versetzt wurde, nimmt Alex der neuen Polizeichefin Ebba Ståhl (Nina Zanjani) ziemlich übel.

Am späteren Sonntagabend startet nun, nach drei Jahren Pause, die zehnte Staffel mit vier neuen Filmen. Die Auftaktfolge "Vilhelm" (Drehbuch: Annika Sandahl, Regie: Per Hanefjord) ist nach dem Enkel des Kommissars benannt, der darin die zentrale Rolle einnimmt. Seit Staffel acht wird Vilhelm von Valter Skarsgård verkörpert, Sohn von Schauspielstar Stellan ("Sentimental Value") und Bruder von Alexander ("Murderbot"), Gustaf ("Vikings") und Bill Skarsgård ("Es"), die ebenfalls in die Fußstapfen des Vaters traten.

Vom Älteren lernen

Ganz so wie Vilhelm Beck in die seines Großvaters Martin. Bei einem Einsatz in der letzten Staffel wurde der Polizeianwärter als Geisel genommen und musste in einem dramatischen Finale von diesem gerettet werden. Nach einer Auszeit ist er nun im Streifendienst, doch das Erlebte hat ihn nachhaltig erschüttert. Nicht nur sein Opa macht sich Sorgen, doch Vilhelm tritt die Flucht nach vorn an.

Nach dem Raubmord am Unternehmensberater Hans Widding sind Vilhelm und seine Kollegen als erste am Tatort. Alex' Team findet heraus, dass Widding wohl krumme Geschäfte mit kriminellen Gangs machte, und sucht hier das Motiv. Vilhelm aber glaubt, dass die Tat mit einem früheren Raubüberfall zu tun hat, in dem es um teure Uhren ging. Weil man ihn ignoriert, ermittelt er auf eigene Faust.

Als er auffliegt, erhält er von der resoluten Polizeichefin jedoch nicht etwa eine Rüge, sondern Lob für sein Engagement – und eine überraschende Beförderung in die Mordkommission, der Platz seines Großvaters ist ja nun frei. Vilhelm erweist sich als kompetenter Neuzugang mit dem richtigen Riecher. Zugute kommen ihm bei den Ermittlungen auch Insiderinformationen und Ratschläge seines Großvaters. Die wohlmeinenden Tipps privater Natur muss er da wohl oder übel in Kauf nehmen.

Bahnt sich hier also ein Generationenwechsel an, wird Vilhelm bald der neue "Kommissar Beck"? Es wäre ein ziemlich geschickter Schachzug der Macher. Mit seinen 30 Jahren hätte Valter Skarsgård alias Vilhelm Beck noch viele Dienstjahre vor sich, und gemordet wird in Stockholm ja offenbar immer.

"Kommissar Beck: Vilhelm" – So. 17.05. – ZDF: 22.15 Uhr

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