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Wiebke Binder: "Bürgerliche" Koalition mit der AfD? So erklärt der MDR die umstrittene Frage seiner Moderatorin

Die MDR-Moderatorin Wiebke Binder wurde nach der Wahlberichterstattung in der ARD teils heftig kritisiert. Vor allem, weil sie eine mögliche Koalition mit der AfD "bürgerlich" nannte. Auf stern-Anfrage spricht der Sender von einem Versprecher.

Landtagswahlen – Twitter-Nutzer reagieren auf Hochrechnungen

Dass MDR-Moderatorin Wiebke Binder eine mögliche Koalition der CDU mit der AfD als "bürgerlich" bezeichnete, war dem Sender zufolge ein Versprecher. "Eine Wahlsendung ist eine Live-Sendung,  da ist ein Versprecher, eine Verwechslung, eine Unschärfe in einer Formulierung auch mal möglich. Hier handelte es sich klar um einen Versprecher, für den wir uns entschuldigen", teilt MDR-Chefredakteur Torsten Peuker auf Anfrage des stern mit.

Weiter führte er aus: "Es ist ein anspruchsvoller Job unter schwierigen Bedingungen und Wiebke Binder ist und bleibt eine wichtige Moderatorin unserer politischen Formate. So wird sie unter anderem heute Abend den ARD-Brennpunkt aus Leipzig moderieren." 

MDR-Moderatorin Wiebke Binder führte in der ARD durch weiter Teile des Wahlabends

MDR-Moderatorin Wiebke Binder, hier mit AfD-Sachsenchef Jörg Urbun, führte in der ARD durch weiter Teile des Wahlabends

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Die ARD hatte am Sonntag für ihre Wahlberichterstattung teils scharfe Kritik im Netz geerntet, genauer: MDR-Moderatorin Binder. Die hatte, kurz nachdem die ersten Ergebnisse bekannt waren, den CDU-Politiker Marco Wanderwitz interviewt. "Eine stabile Zweierkoalition, eine bürgerliche, wäre ja theoretisch mit der AfD möglich", hatte sie ihn gefragt. An dem "bürgerlich" störten sich im Netz zahlreiche Menschen. CDU-Mann Wanderwitz reagierte professionell: "Eine bürgerliche Koalition mit der AfD ist nicht möglich."

Scharfe Kritik im Netz an Wiebke Binder

Im Netz reagierten viele Nutzer wütend bis fassungslos auf die Formulierung. ARD-Kollege Arnd Henze sah sich zu einer Distanzierung genötigt, schrieb als Reaktion auf einen erbosten Post bei Twitter: "Viele Mitarbeitende werden über diese Aussage der #MDR-Moderatorin genauso irritiert sein wie Sie! Aber beim #MDR verwischen nicht zum ersten Mal die Grenzen nach ganz rechts!"

Am Abend reagierte auch der Twitter-Account der MDR-Presseabteilung: "Unter dem enormen Stress einer Live-Sendung bei einer solchen Doppelwahl mit ständig neuen Ergebnissen und wechselnden Konstellationen kann es zu Missverständnissen kommen und können Unschärfen passieren", hieß es bereits dort.

Binder selbst war am Montag für den stern nicht erreichbar, weil sie am Abend einen Brennpunkt aus Leipzig moderieren muss.

fin
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