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Die Kunst des Nackten: "Vorhang auf fürs Crazy Horse"

Mittlerweile gibt es "Filialen" in aller Welt, das Original steht in Paris: Neben dem "Moulin Rouge" ist das "Crazy Horse" eines der berühmtesten Cabarets der Seinemetropole. Der Fernsehsender "arte" widmet ihm eine fünfteilige Doku-Soap.

Laure verbiegt im flimmernden Rampenlicht ihren nackten Oberkörper. Sie ist eine der 15 Tänzerinnen, die allabendlich auf der Bühne des Pariser Cabarets "Crazy Horse" auftreten - und sie ist stolz darauf. Denn das "Crazy Horse" gehört zu den fünf bekannten und geschichtsträchtigen Cabarets der Seinemetropole. Die anderen sind das "Lido", die "Folies Bergère", das "Moulin Rouge" und das "Paradis Latin".

Wer in dem 1951 gegründeten Nachtclub auftreten will, muss sich täglich einem harten Trainingsprogramm unterziehen, denn das "Crazy Horse" will keine plumpe Erotik zeigen, sondern eine Schau, in deren Mittelpunkt "L'art du Nu" steht, die Kunst des Nackten. Wie dieses Konzept und die Arbeit der Tänzerinnen aussehen, zeigt der deutsch-französische Fernsehsender Arte in seiner fünfteiligen Doku-Soap "Vorhang auf fürs Crazy Horse".

Das "Crazy Horse" liegt in der schicken Avenue George V., zwischen dem Eiffelturm und der Prachtallee Champs-Elysées. Es fällt kaum auf, es gibt keine grelle Beleuchtung und auch keine sinnlichen Plakate oder Bilder. Stattdessen eine schmale Treppe, die in den Saal im Untergeschoss führt, in dem 275 Zuschauer Platz finden. Auf der nicht sehr großen Bühne können keine aufwendigen Shows gezeigt werden, was im "Crazy Horse" zu einem ganz eigenen Konzept geführt hat. Es besteht aus koketten Solos und Gruppenauftritten, bei denen jede Nummer eine abgeschlossene Vorstellung mit eigener Choreografie, Musik und eigenem Bühnenbild bildet.

Die meisten der jungen Frauen, die jeden Abend fast hüllenlos ihre Beine in die Luft schwingen, haben eine klassische Ballettausbildung durchlaufen und sind zwischen 20 und 27 Jahre alt. "Die Tänzerinnen müssen auf der Bühne Präsenz und Ausstrahlung haben und gewisse schauspielerische Talente", sagt die Choreografin Sofia, die seit 30 Jahren für das Haus arbeitet und selbst ehemalige Tänzerin ist. Weitere Einstellungskriterien sind Größe und natürlich das Aussehen:Die Bewerberinnen müssen 1,66 bis 1,72 Meter groß sein, schmale Hüften haben und einen kleinen Busen.

Das Crazy Horse wurde vor mehr als 50 Jahren von Alain Bernardin gegründet, einem ehemaligen Maler und Antiquar. Als Fan des amerikanischen Entertainments und des Wilden Westens ließ er in seinem «Saloon» zunächst klassische Striptease-Nummern aufführen. Heute ist aus dem Nachtclub ein internationales Unternehmen geworden mit Filialen in Las Vegas und Singapur, das mit viel Ästhetik die Kunst des Sinnlichen zelebriert.

Die fünfteilige Doku-Soap "Vorhang auf fürs Crazy Horse" wird auf arte von Montag, den 18.12. bis zum Freitag, den 22.12. jeweils um 20.15 ausgestrahlt.

Sabine Glaubitz/DPA / DPA