"Havelland-Krimi – Hinter der Fassade"
Die Tote von der Glienicker Brücke

  • von Susanne Bald
Ein gut funktionierendes Team aus Juristen und Ermittlern (von links): Kriminaloberkommissar Lennard Rösken (Anton Dreger), Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé), Kriminalhauptkommissar Maximilian Zeller (Jens Atzorn) und Paulos' Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus).
Ein gut funktionierendes Team aus Juristen und Ermittlern (von links): Kriminaloberkommissar Lennard Rösken (Anton Dreger), Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé), Kriminalhauptkommissar Maximilian Zeller (Jens Atzorn) und Paulos' Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus).
© ZDF/Xiomara Bender

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Zum Auftakt der neuen Krimireihe aus Brandenburg ermitteln eine Staatsanwältin und ein Hauptkommissar mit ihrem Team im Mord an einer Studentin. Der Fall weist eine Parallele zu einem früheren Mord an einer Studentin auf: Beide hatten denselben Professor. Damals wurde er freigesprochen ...

Sie überspannt die Havel zwischen Potsdam und Berlin und steht für das geteilte, aber auch für das wieder zusammengewachsene Deutschland: die Glienicker Brücke. Berühmt wurde sie als Schauplatz des Austausches sowjetischer und US-amerikanischer Spione während des Kalten Krieges. Im Auftaktfilm der neuen Reihe "Havelland-Krimi – Hinter der Fassade" (Buch: Anne Katrin Mascher und Krystof Hybl, Regie: Sabine Bernardi) am Samstagabend im ZDF werden die Brücke und ihre Umgebung zum Schauplatz eines so verzwickten wie spannenden Falls um zwei ermordete Studentinnen.

Dena Paulos, Staatsanwältin und Unidozentin, ist eine Frau mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn und scharfem Verstand. Hauptdarstellerin Dennenesch Zoudé bezeichnet ihre Rolle "als Leading-Lady in einer Reihe" im Berliner Kurier als "Glücksfall" und "Geschenk". An Zoudés Seite agiert Jens Atzorn als Kriminalhauptkommissar Max Zeller, ein erfahrener Polizist, der privat offenbar einen tragischen Schicksalsschlag erleiden musste.

Durch die Zusammenarbeit der Juristin und des Ermittlers erhalten die Zusehenden manch "interessante Einblicke in unser Rechtssystem", verspricht der Sender. Darunter Fragen wie diese: "Was ist juristisches Recht und was für die einzelne Person gerecht?" Das sei "manchmal ein großer Unterschied", verriet Jens Atzorn im ZDF-Interview. Unterstützung erhalten Paulos und Zeller von Paulos' ambitionierter Referendarin Jasna Nowak (Linda Belinda Podszus) und Kommissar Lennard Rösken (Anton Dreger), der einen besonderen Blick fürs Detail hat, was sich mehr als einmal als hilfreich erweisen wird.

Nicht zweimal in derselben Sache

Nachdem die Studentin Yvonne in der Nähe der Glienicker Brücke ermordet aufgefunden wurde, gibt es rasch einen Hauptverdächtigen: Fabian Brenner ("Tatort"-Star Daniel Sträßer), Professor für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaften. Er war 2019 schon einmal Dena Paulos' Hauptverdächtiger im Mord an einer Studentin. Nur weil eine wichtige Zeugin (Katy Karrenbauer) plötzlich spurlos verschwand, wurde er damals freigesprochen.

"Ne bis idem", lernen wir nun von der Staatsanwältin. Heißt übersetzt: Man kann nicht zweimal für dasselbe Verbrechen angeklagt werden. Außer es gibt ein Geständnis. Paulos, die bis heute daran knabbert, ihn damals nicht gestoppt zu haben, will Brenner diesmal, sollte er der Täter sein, unbedingt überführen. Doch sie mahnt ihre Mitarbeiter zu Vorsicht und Sorgfalt: bei den Fakten bleiben, keine Mutmaßungen ohne Belege.

Und: keine einseitige Ermittlung! Denn vielleicht gibt es ja noch andere Personen, die ein Motiv hätten. Yvonnes Freund Adam (Alessandro Schuster) vielleicht? Ihr Vater? Oder doch ihre Mitbewohnerin Cleo (Bineta Hansen), die ganz offensichtlich Angst hat. Doch warum und vor wem?

Vor allem die impulsive Referendarin Jasna, in der Dena Paulos bisweilen ihr jüngeres Ich wiedererkennt, glaubt, dass Yvonnes Tod ein Femizid war: "Wann wird systematische Gewalt gegen Frauen explizit anerkannt, und wann werden Femizide endlich als Straftatbestand aufgenommen?", klagt sie. "In Italien, Malta, Zypern, Kroatien ist es das bereits, in Deutschland weiterhin nicht", erklärt ihre Mentorin. – "Das macht mich so wütend!", erwidert Jana frustriert. Und man kann ihr nur beipflichten.

"Havelland-Krimi – Hinter der Fassade" – Sa. 09.05. – ZDF: 20.15 Uhr

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