"Die Gipsy Kings: Aus dem Wohnwagen um die Welt"
Drama einer Familienband: "Goldene Schallplatten und kein Geld"

  • von Jonas Decker
Die Gipsy Kings eroberten in den späten 80er-Jahren mit Hits wie "Bamboléo" die Welt.
Die Gipsy Kings eroberten in den späten 80er-Jahren mit Hits wie "Bamboléo" die Welt.
© ARTE/Raphael Gaillarde/Gamma-Rapho/Getty Images

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In den späten 80er-Jahren tanzte man auf der ganzen Welt zu Hits wie "Bamboléo", abseits der Bühne spielte sich bei den Gipsy Kings aber viel Tragisches ab. Eine neue Doku, die ARTE als Erstausstrahlung zeigt, erzählt von den Höhen und Tiefen der Band.

"Die Gipsy Kings sind großartig. Es ist warme Musik, man kann sie im Winter hören und sich fühlen, als würde man sich in Spanien am Mittelmeer sonnen, auch wenn es Februar in Washington ist." – So schwärmt eine amerikanische Frau in Archivaufnahmen aus den späten 80ern. Die Gipsy Kings befinden sich zu dem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Bis heute kennt und liebt man ihre großen Hits, etwa "Bamboléo" und "Djobi, djoba". ARTE erzählt jetzt in einer neuen Doku auch die Geschichte hinter dieser temperamentvollen Gute-Laune-Musik – aus heutiger Sicht eine Tragödie.

Der Durchbruch gelang den Gipsy Kings 1987, als sie mit ihrer Interpretation der Rumba catalan erste größere Erfolge in Frankreich feierten. Die Geschichte der Band, die aus einem Zusammenschluss der beiden Roma-Familien Reyes und Baliardo hervorging, begann aber schon über 20 Jahre früher. Richard Minier zeichnet in seiner knapp einstündigen Dokumentation "Die Gipsy Kings: Aus dem Wohnwagen um die Welt" (vorab in der Mediathek abrufbar) den ungewöhnlichen Werdegang der Gruppe nach, zwischen einfachem Dorfleben in der Camargue und der Carnegie Hall in New York.

Erinnerungen an die Zeit, als alles auseinanderfiel

Die Geschichte der Gipsy Kings ist die einer Familienband, die sich voll und ganz der Musik verschrieb und damit nach langem Straucheln doch noch zu großer Anerkennung fand. Joan Baez und Eric Clapton zeigten sich seinerzeit schwer beeindruckt von dieser feurigen, lebhaften und virtuosen Musik. Die Erfolge der Gipsy Kings, die in Teilen immer noch vor großem Publikum auftreten, klingen im Latin-Pop bis heute nach.

Die ARTE-Doku richtet den Blick aber auch auf tiefe Risse im Bandgefüge, die schon in den frühen 90er-Jahren entstanden. "Goldene Schallplatten und kein Geld", erinnert sich eines der Familienmitglieder an die Zeit, als alles auseinanderfiel. Viele Musiker und Wegbegleiter, die in der Blütezeit dabei waren, sprechen im Film über die Gipsy Kings. Miteinander sprechen die meisten von ihnen aber schon lange nicht mehr.

Die Gipsy Kings: Aus dem Wohnwagen um die Welt – Fr. 22.05. – ARTE: 21.45 Uhr

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