VG-Wort Pixel

Finale "Let's Dance" Körperklaus vs. Bewegungskünstler


Kurz vor dem Finale der RTL-Tanzshow "Let's Dance" kriegen zwölf Promis die Quittung in Sachen Tanztalent. Welche Promis es draufhatten und wer besser zu Hause geblieben wäre, zeigt der Kandidatencheck im Rückblick.

Lecko Mio, war das spannend!" - In der Halbfinalsendung konnte sich "Let's Dance"-Moderatorin Sylvie van der Vaart kaum noch zurückhalten. Am Mittwoch kämpfen bei RTL die Finalistinnen Magdalena Brzeska und Rebecca Mir als die beiden letzten von zwölf tanzwilligen Promis um den Titel "Dancing Star 2012".

Eines wurde auch in der fünften Staffel des TV-Tanzwettbewerbs wieder klar: Es gehört verdammt viel Talent dazu, ein großes Parkett zu füllen. Bei fehlendem Können bleibt den Kandidaten nur der Leitspruch: "If you can't make it - fake it." Kurz vor dem Finale der fünften Staffel "Let's Dance" ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme: Welcher der zwölf Promis konnte es wirklich, und wer tat nur so als ob?

Rebecca Mir

Die Frage, ob zwischen der einstigen "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin und Tanzpartner Massimo Sinató nun etwas lief oder läuft, ist längst wichtiger geworden als das Tanzen. Mit der Selbstdarstellung übertrieb es das Model in der letzten Show ein bisschen: Tanzpartner Massimo Sinató schulterte die 20-Jährige und hielt ihren Hintern eine gefühlte Ewigkeit lang in die Höhe. Guter Täuschungsversuch. Dass die Aachenerin ihre endlos langen Beine gerade bei den schnellen Tänzen nicht ganz unter Kontrolle hatte, geriet da schnell in Vergessenheit. Weil Rebecca Mir von allen Kandidaten am schlechtesten verbergen kann, dass es in der ganzen Show im Grunde nur um PR geht: Blender.

Magdalena Brzeska

Nach ihrem Comeback in der fünften Show tanzte sich die Ex-Turnerin mit den beeindruckend durchtrainierten Beinen bis ins Finale und zeigte mit Tanzpartner Erich Klann die technisch anspruchsvollsten Drehungen und Sprünge. Die 26-fache Deutschen Meisterin in Rhythmischer Sportgymnastik mag gegenüber den anderen Tanz-Laien einen riesigen Vorsprung haben, darauf ausgeruht hat sie sich trotzdem nicht. Zur Bestform lief die 34-jährige Polin beim ersten Paso Doble auf: "Das war Drama, das war Leidenschaft", jubelte selbst der überkritische Juror Joachim Llambi. Dass Magdalena Brzeska mit dem Herzen bei der Sache ist, macht sie auf der Tanzfläche eindeutig zur: Bombe.

Stefanie Hertel

Um ganz Deutschland aufs Butterbrot zu schmieren, dass sie auch ohne Stefan Mross Vollgas geben kann, mischte sich die Berufs-Dirndlträgerin unters TV-Tanzvolk. Die bayerische Tracht hängte die Sängerin aber schon nach der ersten Show an den Nagel und gewährte fortan mit kurzen Fransen und transparenten Stofffetzen ungewohnt tiefe Einblicke. Trotz viel nackter Haut musste Hertel mit Tanzpartner Sergiy Plyuta nach dem Halbfinale gehen. Zu Recht: Bei der schnellen Samba und dem feurigen Paso Doble wirkte die Volksmusikerin hölzern und verloren. Weil man die ganze Zeit das Gefühl nicht loswurde, dass Hertel "die neue Stefanie" nur zu Promotion-Zwecken aus dem Käfig ließ: Blender.

Joana Zimmer

Ihre Blindheit bedeutete nicht nur für die Sängerin selbst eine große Herausforderung. Auch die Führungsqualitäten von Tanzpartner Christian Polanc wurden auf eine harte Probe gestellt. Die Tänze mit viel Körperkontakt wie Tango und Langsamer Walzer klappten gut, sobald es wie beim Cha Cha Cha schneller wurde, wirkte die 29-Jährige unsicher. Spektakuläre Figuren suchte man naheliegenderweise vergebens. Mangelnden Schneid kann man der Freiburgerin gewiss nicht vorwerfen, ihre Tänze wirkten dennoch wie ein heruntergebetetes Gedicht. Weil Joana Zimmer trotz allem bis zur neunten Show durchhielt und ihr das erst mal einer nachmachen muss: Bombe.

Lars Riedel

Man hätte dem 44-Jährigen bei seinem tänzerisch geradezu kriminellen Treiben gern noch viel länger zugeschaut. Es war einfach zu lässig, wie der "Tanz-Terminator" seine Partnerin Marta Arndt durch die Lüfte schleuderte und sich nicht darum scherte, wie das aussah. Hauptsache: Es macht Spaß. Den Zuschauern gefiel's, und unter dem Motto "Jury quälen, Riedel wählen" riefen sie bis zur achten Show für "Super-Lars" an. Mit seinen höchst bescheidenen Schrittfolgen konnte Riedel keinen Tanzsportbegeisterten hinter dem Ofen hervorlocken. So jonglierte der Zwei-Meter-Mann halt mit Kokosnüssen oder fotografierte seine Tanzpartnerin. Weil das Ganze aber derart sympathisch, locker und authentisch rüberkam, war Lars Riedel ganz eindeutig eine: Bombe.

Patrick Lindner

Dass es der 51-Jährige bis zur siebten Show schaffte, kann nur an seiner schönen Tanzpartnerin gelegen haben. Im Ausdruck blieb der Münchner dröge, ganz zu schweigen von dem Schwierigkeitsgrad seiner Tänze, die ohne eine hart arbeitende Isabel Edvardsson nicht viel hergemacht hätten. So wollte auch die Jury "nicht immer nur lieb und nett" von Lindner sehen, aber selbst den verzweifelten Versuch, die Kritik mit einem Paso Doble zu "Highway To Hell" umzusetzen, fuhr der Schlagersänger gegen die Wand. Weil Patrick Lindners Hüftkreisen besser hinter verschlossenen Türen stattfinden sollte und seine gute Laune auch auf der Tanzfläche aufgesetzt wirkte, muss sich der Schlagersänger eindeutig mit dem Urteil "Blender" abfinden.

Mandy Capristo

Die "deutsche Jennifer Lopez", wie sie von Jurorin Maite Kelly getauft wurde, wirkte bei ihren ehrgeizigen Wurf- und Hebefiguren oft überfordert und abwesend. So hatten Capristo und Tanzpartner Stefano Terrazzino nach der sechsten Show ausgetanzt. Trotz ein paar Schwachstellen lieferte die 22-jährige Mannheimerin aber konstant recht ansehnliche Tänze ab. Beim Tango zu "Roxanne" wurde es sogar richtig dramatisch, und bei der sinnlichen Rumba konnte man es zwischen der Monrose-Sängerin und ihrem Tanzpartner sogar ein bisschen knistern hören. Wer braucht da schon Perfektion? Weil sich Mandy Capristo tänzerisch wirklich nicht verstecken muss, kriegt sie das Gütesiegel: Bombe.

Ardian Bujupi

Der ehemalige "DSDS"-Teilnehmer war der beste Beweis dafür, dass es die Jungs beim Tanzen um einiges schwerer haben als die Mädels. Eine stabile Basis für seine Tanzpartnerin Katja Kalugina war Bujupi nicht immer, seine Schnitzer konnte die Profi-Tänzerin oft nur mit Mühe ausbalancieren. Bevor für die beiden nach der fünften Show Schluss war, zeigte der Sänger eine schwungvolle Salsa inklusive Hebefigur und hatte sich spätestens beim Quickstep so richtig eingegroovt. Weil es trotz seiner Patzer Spaß machte, Ardian Bujupi zuzuschauen: Bombe.

Patrick Bach

Bei einer Show wie "Let's Dance" kann man als Star ganz neue Facetten zeigen. Diese Chance wollte der Schauspieler nutzen und feilte mit Tanzpartnerin Melissa Ortiz-Gomez hart an einer sexy Ausstrahlung. Ohne sich zum Affen zu machen, überzeugte der 44-jährige Hamburger beim Tango - und das trotz "Grapschhand", wie die Jury seine abgespreizten Finger bezeichnete. Nach einer ähnlich souverän getanzten Salsa urteilte Frieling: "Sie sehen aus wie Patrick Swayze". Weil Patrick Bach, der nach der dritten Show nicht mehr weiterkam, zuletzt wirklich wie in "Dirty Dancing" aussah: Bombe.

Marc Terenzi

Wenn man es nicht fühlt, ist auch die beste Tanztechnik für die Tonne: Weder die Standard- noch die Latein-Tänze kaufte man dem 33-Jährigen so recht ab. Ständig hatte man das Gefühl, dem gebürtigen Amerikaner sei einfach nicht ganz wohl in seiner Haut. Dementsprechend hatte sein auf Rock gebürsteter Quickstep nichts mehr mit der Grundidee des Tanzes zu tun, und eine klassische Tanzhaltung wollte dem brachial wirkenden Ex-Mann von Sarah Connor auch beim Cha Cha Cha nicht gelingen. Gleich nach der zweiten Show hieß es für Terenzi und Tanzpartnerin Sarah Latton daher Abschied nehmen. Weil der Funke bei Marc Terenzi einfach nicht überspringen wollte: Blender.

Gitte Haenning

Hut ab, dass sich die tanzunerfahrene Schlagersängerin mit 65 Lenzen traute, die "Let's Dance"-Tanzfläche zu stürmen. Ob sie sich da ein wenig überschätzt hat? Ihrem heißblütigen Tanzpartner Gennady Bondarenko konnte die Sängerin nicht Paroli bieten. Ihr Quickstep war alles andere als "quick" und der Cha Cha Cha war ein einziges Gestolper und Geschiebe. Joachim Llambis Urteil war vernichtend: "Mit Tanzen hatte das gar nix zu tun". Aber: Gitte Haenning schied nach einem Trauerfall in der Familie nach der dritten Show freiwillig aus, hatte also keine Gelegenheit, sich weiter fortzuentwickeln. Tänzerisch reichte es für Gitte Haenning trotzdem nicht: keine Wertung.

Uwe Fahrenkrog-Petersen

Der Musikproduzent wirbelte seine Partnerin Helena Kaschurow beim Cha Cha Cha unkontrolliert herum und schien nicht ganz zu wissen, was er da überhaupt tat. Maite Kelly ahnte Schlimmes: "Wenn kein Wunder passiert, wird der Llambi Sie auseinandernehmen." Eine Befürchtung, die sich bewahrheiten sollte: "John Travolta für Arme", wetterte Joachim Llambi und verteilte einen Gnadenpunkt. Weil Uwe Fahrenkrog-Petersen den "inneren Tänzer", den er in sich entdeckt haben wollte, nicht erkennbar nach außen kehren konnte, bleibt nur das Fazit: Blender.

fle/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker