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"Blickpunkt Sport": BR-Moderatorin erhebt schwere Mobbing-Vorwürfe gegen Ex-Kollegen

Jahrelang war Isabella Müller-Reinhardt ein Gesicht der Sendung "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Rundfunk. Jetzt rechnet die Fußball-Moderatorin in einem Interview mit der damaligen Redaktion ab. Ein Blick zurück im Zorn.

Isabella Müller-Reinhardt

Isabella Müller-Reinhardt moderierte von 2007 bis 2010 im BR den "Blickpunkt Sport"

Von 2007 bis 2010 moderierte Isabella Müller-Reinhardt den "Blickpunkt Sport" im Bayerischen Rundfunk. Zusammen mit ihren männlichen Kollegen Waldemar Hartmann und Markus Othmer war die Münchnerin das Gesicht der Sendung. In einem Interview mit "Meedia" bezeichnet die 41-Jährige das Engagement jetzt als "schlimmsten Fehler" ihres Lebens.

Das ausführliche Gespräch mit dem Mediendienst gerät zur Abrechnung mit dem BR. Müller-Reinhardt sagt, sie sei ursprünglich zum "Blickpunkt Sport" geholt worden, um die Sendung zu verändern. Das gestaltete sich allerdings gänzlich anders als erwartet: "Letztlich wollte man nur, dass ich mich so verändere, dass ich zum Format passe."

Isabella Müller-Reinhardt: "Jung, frech, frisch"

Zwar habe sich der Sender etwas "Junges, Freches und Frisches" gewünscht - "Beim BR galt man noch mit 40 als jung und frisch", so Müller-Reinhardt -, aber diese Idee sei besonders bei einer Person im Haus auf massiven Widerstand gestoßen: "Ich wurde erstmalig in meinem Leben derart gemobbt, dass ich an psychische Grenzen stieß." In Redaktionskonferenzen mit 30, 40 Leuten sei sie verbal niedergemacht worden: "Ich musste mir anhören, ohne Trachtenjacke, in Jeans und Top zu moderieren schaute ich aus 'wie eine Nutte, die aus einem Bordell kommt', ich zöge 'das Baby ‚Blickpunkt Sport‘ in den Dreck', mein Hochdeutsch sei schlimm."

Die "Blickpunkt Sport"-Redaktion sei wie der "Club der toten Dichter" gewesen: "Da sind wirklich seit Jahren alteingesessene BR-Redakteure aufgestanden und haben gesagt, man solle froh sein, dass ich da sei. Danach wurde es nur noch schlimmer für mich. Je mehr Zuspruch ich offiziell bekam, desto größer wurde der Ärger." Positive Briefe von Zuschauern seien ihr vorenthalten, nur die negative Kritik weitergeleitet worden. "Vertraute Redakteure schoben mir dann heimlich unglaublich viele positive Briefe und Mails zu: Offiziell wurden die vor mir versteckt", erinnert sich Müller-Reinhardt. "Auch dem Intendanten wurden nur die kritischen Zuschauerbriefe gezeigt. Mobbing."

BR-Sportchef: "Schwierig für uns nachzuvollziehen"

Gegenüber der "Bild"-Zeitung kann BR-Sportchef Klaus Kastan nicht viel mit der Kritik seiner ehemaligen Redakteurin anfangen: "Dass sich Frau Müller-Reinhardt erst jetzt, fast zehn Jahre später mit diesen Vorwürfen meldet, ist bedauerlich und macht es schwierig für uns nachzuvollziehen, ob tatsächlich jemand gemobbt wurde und wenn ja, von wem." Man bedauere zwar, wenn sich Frau Müller-Reinhardt damals schlecht und ungerecht behandelt gefühlt habe. Wäre sie aber heute als Mitarbeiterin beim "Blickpunkt Sport" tätig, würde sie aber sicherlich zu einer anderen Einschätzung kommen, so Kastan.

tim
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