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Jürgen Roland: Der Meister der Kriminalfilms ist tot

Der Journalist, Autor und Regisseur Jürgen Roland ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 81 Jahren nach langer, schwerer Krankheit in seiner Geburtsstadt Hamburg. Roland war verantwortlich für erfolgreiche Produktionen wie "Stahlnetz" oder "Großstadtrevier".

Krimi-Altmeister Jürgen Roland ist tot. Der Vater des TV-Dauerbrenners "Großstadtrevier" starb am vergangenen Freitagabend (21. September) nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren in Hamburg. Das teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Sonntag mit. Roland gehörte zu den "Männern der ersten Stunde" in Deutschlands Fernsehgeschichte und war seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Branche tätig. Zu seinen TV- Erfolgen zählten Serien wie "Der Polizeibericht meldet" (1954), "Stahlnetz" (1958-1968) und seit 1985 "Großstadtrevier". Auch für das Kino drehte er Filme, darunter mehrere Edgar-Wallace-Streifen.

Krimi war sein Metier

Roland, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Schellack hieß und am 25. Dezember 1925 als Sohn eines Kaufmanns in Hamburg geboren wurde, war fasziniert von dem Beruf und der Arbeit der Polizisten in einem Großstadt-Revier. Mit seiner Vorliebe für dieses Metier gewann der Regisseur und Autor das Publikum. Gemeinsam mit Drehbuchautor Wolfgang Menge begründete er in den 50er Jahren ein neues Genre im deutschen Fernsehen, in dem Kriminalfälle nachgestellt wurden - milieugerecht, authentisch und unterhaltsam. In seinen Filmen habe er sich immer bemüht, "ein guter Reporter mit der Kamera zu sein", sagte der Regisseur einmal.

Auch für den NDR-Intendanten Prof. Jobst Plog zählt Roland zu den "ganz großen Pionieren des deutschen Fernsehens". Er habe dieses Medium geprägt wie nur wenige andere. "Jürgen Roland, dessen Name eng mit dem NDR verbunden ist, wird unvergessen bleiben."

Kenner der "sündigen Meile"

Schon als Schüler zeigte Roland ein Faible für das Theater und führte mit seinen Freunden selbstverfasste Krimis auf. 1950 besuchte Roland die Fernsehschule der BBC in London, bevor er als Redakteur beim heutigen Norddeutschen Rundfunk (NDR) anfing. Schon damals berichtete er gern aus St. Pauli und wurde zum Kenner der "sündigen Meile". Für das Fernsehen drehte der Regisseur unter anderem die Krimi-Quiz-Reihe "Dem Täter auf der Spur"(1967-1973), die Rekordeinschaltquoten bis zu 64 Prozent erreichte. Den Erfolg seines "Großstadtreviers" erklärte er selbst gern mit einem Zitat von Billy Wilder: "Um einen erfolgreichen Film zu drehen, braucht man drei Dinge....ein gutes Buch, ein gutes Buch, ein gutes Buch!."

Für seine Arbeit erhielt der zweifache Vater, dessen Tochter Jessica Schellack in seine Fußstapfen getreten ist, mehrere Auszeichnungen - vom Deutschen Filmpreis bis zur Goldmedaille der Polizeigewerkschaft. Selbst der Ruhestand konnte den leidenschaftlichen Zeitungsleser und FC-St.-Pauli-Fan nicht davon abhalten, an weiteren Filmprojekten zu arbeiten. Viele Einladungen sagten Roland und seine Ehefrau Eva jedoch ab. Roland: "Das ist für Leute gedacht, die gesehen werden müssen und in der Zeitung stehen wollen. Ich habe genug für die Unsterblichkeit getan."

DPA / DPA