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Kirchen-Satire "Dunk dem Herrn" Kein Verfahren gegen Carolin Kebekus


Keine Gotteslästerung, "sondern nur kirchenkritisch": Gegen Carolin Kebekus wird es kein Ermittlungsverfahren geben. Ihr Satire-Video "Dunk dem Herrn" fällt unter die Kunstfreiheit.

Die Komikerin Carolin Kebekus hat keine Ermittlungen wegen ihres Satire-Videos "Dunk dem Herrn" zu befürchten. Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte am Mittwoch, es werde nach einer Prüfung des Clips in "mühevoller Kleinarbeit" kein Ermittlungsverfahren geben. Nach einem Aufruf der Piusbrüder waren knapp 100 Anzeigen gegen das kirchenkritische Video bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Die Katholiken fühlten sich gekränkt und beklagten eine Störung der Religionsausübung.

In dem Clip "Dunk den Herrn" singt Kebekus als Nonne und Messdiener verkleidet einen Rap-Song mit Kirchenkritik und spart nicht mit frivolen Gesten. Der WDR hatte den Clip nicht gesendet, weil er - mit Blick auf die Achtung religiöser Überzeugungen - an einigen Stellen gegen das WDR-Gesetz verstoße.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft fällt das Video jedoch unter die Kunstfreiheit. "Die Grenze dessen, was man ertragen muss, ist sehr, sehr hoch", sagte Willuhn. Innerhalb einer Satire müsse der eigentliche Aussage-Inhalt genau überprüft werden.

Im Fall Kebekus sei dieser Aussage-Inhalt "nicht blasphemisch", also gotteslästerlich, "sondern nur kirchenkritisch". Vielleicht sei das Video nicht unbedingt geschmackvoll, es erfülle jedoch keinen Straftatbestand.

kave/DPA DPA

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