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Kühn kuckt - die TV-Kolumne: Wie beim Wunder von Bern!

Fernsehen ist zum Nebenbei-Medium verkommen? Quatsch! "Tatort" in der Kneipe, "24" beim Kumpel oder "Monaco Franze"-Gedenkfeiern - das sind Events wie Elisabeths Krönung oder Bern '54. Gemeinsam schaut sich's schöner, meint stern-Redakteur Alexander Kühn.

Ein paar Sprachfreunde haben sich zusammengetan: ein Professor, ein Diplomat, der Präsident des deutschen Lehrerverbands und der Journalistenlehrer Wolf Schneider. Ihre Mission ist die Reinigung der Muttersprache, ihr Projekt die "Aktion lebendiges Deutsch". Einmal im Monat rufen sie im Internet dazu auf, für ein englisches Wort ein deutsches zu finden, www.aktionlebendigesdeutsch.de. "Prallkissen" für Airbag. "E-Müll" statt Spam. Und, anstelle von Laptop: "Klapprechner". Als sie nach einer Entsprechung für "Event" fahndeten, regnete es 1286 Vorschläge, darunter "Freuzeit", "Schickimickifeier" - den Zuschlag bekam: "Hingeher".

Ach, was war das Fernsehen doch früher für ein Hingeher! Kein Privatmensch besaß ein Gerät. Der Krönung der Prinzessin Elisabeth zur Queen wohnte man 1953 auf dem Bürgersteig vor dem Radiogeschäft bei, in dessen Schaufenster ein Gerät schwarzweiß flimmerte; zum Endspiel der WM 1954 fand man sich im Gasthaus ein, damals durfte noch geraucht werden, das Bier floss, die Tore fielen, Herbert Zimmermanns Stimme überschlug sich vor Begeisterung, die Stimmung kam jener im Berner Wankdorf-Stadion recht nahe.

Mit dem Fläschchen Sekt zum Nachbarn

Das Pläsier am jungen Medium befeuerte das Habenwollen. Bald kannte jeder mindestens eine Familie in der Verwandt- oder Nachbarschaft, die sich so einen Fernseher geleistet hatte. Samstagabends zog man ein schickes Hemd an oder ein fesches Röckchen, klemmte ein Fläschchen Sekt untern Arm, klingelte bei den netten Leuten und setzte sich mit an deren Nierentisch, um gemeinsam Peter Frankenfeld zu gucken.

Irgendwann stand in jedem Haushalt ein Gerät, in manchen drei oder vier, im Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer und in der Küche. Was zu mehr Selbstbestimmung führte, zur Unabhängigkeit der kochenden Gattin vom ruhenden Gatten. Und um so mehr geschätzt wurde, als die Anzahl der Programme schier explodiert war und die Hersteller den Fernbedienungen neuerdings eine Taste zum schnellen Zappen eingepflanzt hatten. Was, wenn einer die Alleinherrschaft über diesen Knopf innehat, das kollektive Kucken schnell in einen kollektiven Krach überführt.

Der Reiz des gemeinsamen Sehens

Doch mit der Zeit begannen die Menschen zu vereinsamen: Keiner da, mit dem man übers Programm meckern könnte; niemand, der einem Schokolade oder Bier mitbrächte auf dem Rückweg vom Klo. Allmählich entdeckte man wieder den Reiz des gemeinsamen Sehens. Dies geschah vor allem in den Großstädten, wo man versuchte, der urbanen Anonymität zu entfliehen. Mit "Sex and the City"-Abenden im Kreis der Freundinnen. Party-Wochenenden mit der kompletten Staffel "24" auf DVD.

Fernsehen wurde wieder zum Hingeher, ja zum Fest. Das größte feierten die Deutschen im Sommer 2006, es war sonnig und warm und die Weltmeisterschaft vor der Tür. Großleinwandfernsehen auf dem Parkplatz, auf dem Marktplatz, in der Kantine. Public viewing - oder, wie die "Aktion lebendiges Deutsch" auf ihrer Internetseite vorschlägt, "Schau-Arena" oder "Fernsehwand".

Nun, in seinem sechsten Lebensjahrzehnt, ist das Fernsehen in die Kneipen zurückgekehrt. In der "Goldkante", der kleinsten Bar Bochums, treffen sich junge Menschen, um "Germany's Next Topmodel" zu schauen. In Hamburg lädt die "Pony-Bar" nahe der Universität sonntäglich zum "Tatort" oder "Polizeiruf", der "Grüne Jäger" auf dem Kiez veranstaltet Helmut-Fischer-Gedenkabende, gezeigt wird "Monaco Franze". Nicht "Dresden", "Lufbrücke" oder "Flucht" - nein, die Hingeher sind das wahre Eventfernsehen. Getrunken wird Beck's und Astra. Geguckt wird, was auf die Leinwand kommt. Video on demand und youtube haben den Zuschauer zum Programmdirektor erhoben. Direktor sein ist anstrengend. An manchen Abenden muss der Zuschauer sich davon einfach erholen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(