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Zoff mit Regisseur: Biograf von Michael Jackson beklagt Fehler in umstrittener Missbrauchsdoku

Einige Aussagen der beiden angeblichen Opfer in der Missbrauchsdoku über Michael Jackson könnten so nicht stimmen. Das soll aus Unterlagen hervor gehen, die ein Biograf des verstorbenen Musikers veröffentlicht hat.

"Leaving Neverland": Das ist der Trailer zur Doku über die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson

Seit Wochen erhitzt "Leaving Neverland" die Gemüter. In der umstrittenen, vierstündigen Dokumentation erheben zwei Männer schwere Vorwürfe gegen Michael Jackson. Dieser habe sie über Jahre hinweg sexuell missbraucht, als sie im Kindesalter viel Zeit mit dem Popstar verbrachten, so der 36-jährige Wade Robson und James Safechuck, 41. Kritiker werfen der Doku vor, sie lasse nur die angebliche Opferseite zu Wort kommen und gehe nicht genug darauf ein, dass beide Männer finanzielle Interessen durch Zivilklagen verfolgen würden. Diese Gruppe von Gegnern hat nun neues Futter für ihre Angriffe auf die Sendung.

Der britische Journalist und Michael-Jackson-Biograf Mike Smallcombe hat auf Twitter zwei Dokumente veröffentlicht, die Aussagen der beiden angeblichen Opfer wiederlegen würden. So behauptet Safechuk in seiner Klage, Jackson habe ihn bis 1992 missbraucht, also bis zu seinem 14. Lebensjahr. In der Doku erzählt er, dieser Missbrauch habe auch auf der Neverland Train Station stattgefunden. Smallcombe könnte nun aber mit einem Dokument vom zuständigen Bauamt belegt haben, dass dieses Gebäude auf Jacksons Neverlandranch erst 1993 genehmigt und 1994 gebaut wurde.

"Ja, es scheint keinen Zweifel am Baujahr der Station zu geben", antwortete daraufhin Dan Reed, der Regisseur der Doku, auf Twitter. Er schob jedoch nach, dann hätte sich sein Protagonist lediglich darin getäuscht, wann der Missbrauch geendet habe. Safechuck sei definitiv nach Fertigstellung der Train Station noch auf der Ranch gewesen, das würden Bilder in seiner Doku belegen, so Regisseur Reed.

Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen dem Regisseur und dem Biografen. Smallcombe kritisierte, Reed würde den offensichtlichen Fehler einfach bei Seite wischen und alles drei Jahre nach hinten datieren. Zu behaupten, dann sei Safechuck eben nicht bis zum Alter von 14 Jahren, wie stets von ihm behauptet, sondern noch drei Jahre länger missbraucht worden, sei "absurd". Reed reagierte seinerseits mit zwei Tweets, in denen er nochmal klar stellte, Safechuck habe stets von Missbrauch bis ins Teenager-Alter gesprochen und dass die Train Station nur einer von vielen Orten des Missbrauchs gewesen sei. 

Wade Robson: Seine Mutter widerlegt seine Aussagen

Smallcombe hat noch ein weiteres Dokument veröffentlicht, dass Angaben des anderen Protagonisten der Doku, Wade Robson, in Frage stellt. So behauptet dieser in der Dokumentation, Jackson habe ihn zum ersten Mal 1990 missbraucht. Robsons Familie habe damals einen Ausflug zum Grand Canyon unternommen und den siebenjährigen Wade mehrere Tage allein bei Jackson in Neverland gelassen. Er berichtet ausführlich, wie daraufhin der Missbrauch durch Jackson angefangen habe. Smallcombe zeigt auf Twitter zwei angebliche Vernehmungsprotokolle von Robsons Mutter aus den Jahren 1993 und 2016. Beide Male sagt die Frau darin, die gesamte Familie sei zum Grand Canyon gefahren und stellt explizit klar, dass ihr Sohn bis zum Jahr 1993 keine Nacht alleine auf der Neverlandranch bei Jackson verbracht habe.  

Die Echtheit dieser Gerichtsdokumente lässt sich nicht überprüfen. Der Biograf schreibt, er habe diese über "seinen Quellen" bekommen. Wie sein Blog zeigt, gehört Smallcombe eindeutig zum Team Jackson. Er ist ein entschiedener Kritiker der Dokumentation. 2016 veröffentlichte er die Biografie "Making Michael: Inside the Career of Michael Jackson". Die TV-Doku "Leaving Neverland" wird in Deutschland am Samstagabend um 20.15 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt.

Quellen: Twitter / "Leaving Neverland"  

"Leaving Neverland": Das ist der Trailer zur Doku über die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson
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