Identität gelüftet
Journalisten wollen Person hinter Banksy enthüllt haben

  • von Raphael Dillhof
Journalisten enthüllen Banksys echten Namen und Wohnort
Journalisten enthüllen Banksys echten Namen und Wohnort
© Foto: Ted Soqui / Sipa USA / Action Press / Peter Dean Rickards
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Seit Jahren fragt sich die Kunstwelt: Wer ist Banksy? Nun scheint das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Künstler und seinen Jägern ein Ende gefunden zu haben.

Banksy ist enttarnt – schon wieder, könnte man sagen. Seit Jahrzehnten versuchen Journalisten, an der Maske des Street-Art-Künstlers zu zerren, dessen politisch engagierte Bilder weltbekannt sind, der aber seit Jahrzehnten unter dem Deckmantel der Anonymität arbeiten konnte. 

Immer wieder geisterten Verdachtsmomente und angebliche Enttarnungen durch die Presse: So stand Robert Del Naja, Frontman der britischen Band Massive Attack, lange unter Verdacht, das Street-Art-Phantom zu sein. Auch der französische Sprayer Thierry Guetta, bekannt aus Banskys Dokumentation „Exit Through the Gift Shop“, galt als Kandidat.

Banksy kommt wohl aus Bristol

Die beiden sind nun offenbar aber von der Liste gestrichen: Eine groß angelegte Recherche dreier Reuters-Journalisten soll jetzt handfeste Beweise dafür gefunden haben, dass sich hinter dem Pseudonym ein Robin Gunningham verbergen soll. Der 1973 in Bristol geborene Mann wurde bereits 2008 von der „Mail on Sunday“ als heißer Tipp ins Spiel gebracht – damals allerdings ohne entscheidende Beweise. So einen soll jetzt ausgerechnet Banksys langjähriger Manager und Galerist, Steve Lazarides, gegeben haben. In seinem Buch „Banksy Captured“ erzählt Lazarides von der Verhaftung Banksys während einer Spray-Aktion auf dem Dach eines Hotels in New York, für die er wegen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt wurde.

In den dazu passenden Gerichtsakten aus dem Jahr 2000 fanden die Journalisten tatsächlich ein handschriftliches Geständnis eines „Robert Gunningham“. Als dieselbe Person 2022 auch in Einreisedaten für die Ukraine auftauchte, kurz bevor dort ein neues Banksy-Werk auf einem zerbombten Haus entdeckt wurde, war der Fall für die Journalisten geklärt. Brisantes Detail: Robin Gunningham änderte nach der Recherche der "Mail on Sunday" im Jahr 2008 wohl seinen Namen. Auch deshalb konnte er weiter anonym arbeiten.

Studio und Künstler äußerten sich bisher nicht

Banksy und sein Studio Pest Control Office wollten sich zu den Recherchen nicht äußern und bestätigten die angebliche Identität nicht. So oder so aber liest sich die Reuters-Geschichte wie ein Krimi – mit für manche vielleicht enttäuschendem Ende. Der eine oder andere dürfte hinter einem der größten Mysterien der Kunstwelt eine spektakulärere Enthüllung erwartet haben, als dass dahinter ein unauffällig lebender Brite mit Allerweltsnamen steckt.

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