Wir Menschen fliegen gerne mal in fremde Lande, ob zur Erhohlung oder geschäftlich. Mit Ausnahme von Zugvögeln sind Tiere dafür kaum zu begeistern – und sie sind doch oftmals dabei. Ob Haustier oder blinder Passagier, am Flughafen kommt so einiges vom Himmel, was kreucht und fleucht. Ein Filmteam des Bayerischen Rundfunks begleitet Experten bei ihrer Arbeit mit Tieren rund um den Flughafen München. Die erste Folge "Animal Takeoff – Luchs im Anflug" gibt es am Montag, 25. Mai, um 18.45 Uhr, im BR zu sehen.
Erste Anlaufstelle für die tierischen Gäste ist, so ist in der Doku zu erfahren, Amtsveterinär Henrik Tandler. Der Mann hat ein großes Herz für Tiere, egal, ob die gerade viel Liebe für ihn übrig haben oder nicht. Man kann der tierischen Fracht ihre flatternden Nerven aber kaum vorwerfen, wo so ein Langstreckenflug auch für uns oft ein Stresstest ist. Das gilt für mitgereiste Haustiere ebenso wie für garstige Raubkatzen, wie etwa einen Luchs aus England, dessen Transit das Kamerateam begleitet. Auch mit dem muss sich der Amtsveterinär herumschlagen und Impfungen und einen Microchip kontrollieren, sonst darf der Luchs nicht einreisen.
Man lernt einiges über die von Tierspeditionen organisierten Reisen. Hier gibt es jede Menge Papierkram. Mit dem mag man vielleicht manches Herrchen und Frauchen schrecken, die Tiere verhalten sich demgegenüber aber gleichgültig. Besonders diejenigen, die unfreiwillig dabei sind. In der ersten Folge hat sich etwa ein chinesischer Gecko mutmaßlich in den Frachtraum verirrt und findet sich nun im unwirtlichen Deutschland wieder. Auch hier muss Henrik Tandler ran, denn der Flughafen ist nicht nur Drehscheibe für den geregelten Tier-Transit, sondern auch Einfalltor für invasive Arten und auch Schmuggelware.
Wildlifemanager Olli weiß: "Die Natur ist stärker als wir."
Man merkt schnell, Tiere spielen im Flugverkehr eine weitaus größere Rolle, als man zunächst meinen könnte. Die einen helfen, Gefahren abzuwehren, wie Sprengstoffspürhündin in Spe Maxime mit ihrem neuen Frauchen Mandy von der Bundespolizei, die in der Doku gezeigt werden. Die anderen sind am Flughafen selbst eine Gefahr, was Wildlife-Manager Oliver Weindl auf den Plan ruft. Er beobachtet die Vögel nahe der Startrampe, damit die mit ihren Kamikazeflügen keine Turbinen beschädigen. Das ringt auch Oliver Respekt ab und er weiß, "die Natur ist stärker als wir".
"Animal Takeoff", eine Eigenproduktion des Bayerischen Rundfunks, erzählt Geschichten rund ums Tier am Flughafen und lässt dabei keine Spezies hinten runterfallen. Die größte Rolle spielen unter der Regie von Dokumentarfilmerin Angela Graas-Castor aber doch die Menschen, die mit den Tieren arbeiten. Wirklich spannend wird es neben all dem für den Transit üblichen Papierkram selten, aber die Dokuserie bietet interessante neue Einblicke in den Mikrokosmos Flughafen aus unerwarteter Perspektive. Die erste Folge "Animal Takeoff – Luchs im Anflug" gibt es am 25. Mai, 18.45 Uhr im Bayerischen Rundfunk zu sehen. Folge zwei folgt am 4. Juni zur selben Uhrzeit.
Animal Takeoff – Luchs im Anflug – Mo. 25.05. – BR: 18.45 Uhr