Kann ausgerechnet die katholische Kirche zu einer treibenden Kraft im Kampf gegen die Klimakrise werden? Dieser Frage geht Eckart von Hirschhausen in der neuen ARD-Dokumentation "Hirschhausen will zum Papst – Wer bewahrt die Schöpfung?" nach. Die Sendung begleitet den Arzt und Moderator am Pfingstmontag auf einer ungewöhnlichen Reise quer durch Europa und darüber hinaus, mit einem ebenso ambitionierten wie persönlichen Ziel.
"Kommt ein protestantischer Arzt zum Papst – das klingt wie der Anfang eines Witzes", heißt es dazu seitens der ARD. Doch für Eckart von Hirschhausen ist der Vatikan der Ausgangspunkt einer ernsthaften Recherche. Angesichts politischer Verzögerungen und wirtschaftlicher Interessen richtet er den Blick auf eine Institution mit globalem Einfluss: die katholische Kirche. Mit ihren Ressourcen, ihrer Reichweite und rund 1,4 Milliarden Gläubigen stellt sich die Frage, ob sie heute noch mehr sein kann als eine moralische Instanz. Eckart von Hirschhausen hinterfragt auch, wie die Kriche konkret zur Lösung der Klimakrise beiträgt.
Was man heute noch von Franz von Assisi lernen kann
Der Film beginnt im Kleinen, in einer Berliner Gemeinde, und weitet sich schnell zur globalen Perspektive. Dabei führt die Spurensuche von der Idee des Franz von Assisi, den Menschen als Teil der Natur zu begreifen, bis zu aktuellen Herausforderungen in besonders prekäre Regionen der Welt. Auf den Philippinen wird deutlich, wie real die Folgen der Klimakrise bereits sind: Taifune, Erdrutsche und zerstörte Lebensgrundlagen prägen den Alltag vieler Menschen. Die Kirche bietet vor Ort konkrete Hilfe an.
Hirschhausen spricht mit Wissenschaftlern, Geistlichen und Aktivisten, blickt aber auch kritisch auf Strukturen und Potenziale der Kirche selbst. Im Fokus stehen Themen wie Immobilien, Geldanlagen, Mobilität und Beschaffung – und damit die Frage, wie groß der tatsächliche Hebel der Institution ist. Was wäre möglich, wenn diese Ressourcen konsequent in den Dienst des Klimaschutzes gestellt würden?
Die Dokumentation bleibt dabei nahbar und persönlich, ohne an Ernsthaftigkeit zu verlieren. Sie stellt keine einfachen Antworten in den Raum, sondern versucht sich an der Vermittlung von Anspruch und Wirklichkeit, mit dem für Hirschhausen typischen Ton zwischen Humor und Nachdenklichkeit.
Und dann geht es schließlich auch um eine reale Begegnung mit dem neuen Papst: Schafft es der ARD-Moderator und Mediziner bis zu Papst Leo XIV?
Hirschhausen will zum Papst – Mo. 25.05. – ARD: 19.15 Uhr