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Milch-Werbung Katrin Müller-Hohenstein verärgert das ZDF


Nach ihrem Fauxpas mit dem "inneren Reichsparteitag" sorgt Katrin Müller-Hohenstein erneut für Ärger. Die Sportmoderatorin wirbt im Internet für eine deutsche Molkerei. Ihrem Haussender ZDF gefällt das gar nicht.

Ab sofort unterstützt die beliebte TV-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein mit ihrer journalistischen Kompetenz die Mitglieder des Weihenstephan Qualitätsbeirats", verkündet die Molkerei noch am Freitagnachmittag stolz auf ihrer Seite. Doch das Engagement der Sportmoderatorin für das bayrische Unternehmen Weihenstephan hat ein schnelles Ende gefunden, nachdem ZDF-Chefredakteur Peter Frey Wind davon bekommen hat.

Nach Auskunft des Senders soll der Milch-Werbespot im Internet mit Müller-Hohenstein nicht fortgesetzt werden. Die Moderatorin habe zwar eine Genehmigung für diese Nebenbeschäftigung gehabt, sagte ein ZDF-Sprecher, die Umsetzung gefalle jedoch weder ihr selbst noch dem Sender. "Dies wird nicht fortgesetzt."

In dem Spot ist Müller-Hohenstein zu sehen, wie sie eine Molkerei besucht oder vor dem Firmensitz über gesunde Ernährung plaudert. Außerdem ist auf der Internetseite ein Kurzinterview mit der 44-Jährigen Mutter abgedruckt, in der sie über den Grund für ihr Engagement spricht: "Als Mutter trage ich besondere Verantwortung für die Ernährung meiner Familie. Deshalb will ich mir immer sicher sein, dass die Qualität unserer Lebensmittel immer die beste ist." Zu ihren Aufgaben gehöre es, mit ihrem "journalistischen Wissen" und ihrer "natürlichen Neugier" den sogenannten Qualitätsbeirat zu unterstützen. Dass Hohenstein dafür Geld bekommt, wird nicht erwähnt.

ZDF-Chefredakteur findet Auftritt "nicht glücklich"

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hatte erst in einem Interview mit dem Branchenblatt "Medium Magazin" von der Werbung erfahren. "Der Internet-Auftritt ist nicht glücklich und kann so nicht bleiben", sagte Frey. Der Vertrag entspreche "nicht den Vorstellungen des ZDF von Auftritten seiner journalistischen Köpfe. "Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, dass Kollegen Nebentätigkeiten ausüben, solange sie keinen werblichen Charakter haben und die journalistische Glaubwürdigkeit nicht gefährden", erklärte Frey.

Erst vor zwei Wochen hatte Müller-Hohenstein im ZDF für Unruhe gesorgt. Im ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika hatte sie nach Kloses Tor zum 2:0 gegen Australien zu ihrem Studiogast Oliver Kahn gesagt: "Das ist für Miro Klose doch ein innerer Reichsparteitag." Für die verbale Entgleisung musste sich Müller-Hohenstein anschließend entschuldigen.

Mai

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