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Reaktion auf Kritik an "Wetten, dass..?": Lanz' kluger Konter

Zwei Tage gab es kaum ein anderes Thema in den deutschen Medien: Die Kritik von Tom Hanks an "Wetten, dass..?" und Markus Lanz. Der hat nun reagiert. Etwas arrogant - aber voll zutreffend.

Ein Kommentar von Klaus Bellstedt

Zwei Tage hat er geschwiegen. Markus Lanz war nach seiner "Wetten, dass.. ?"-Show am vergangenen Wochenende abgetaucht. Dafür haben andere gesprochen. Laut und deutlich. Vor allem Tom Hanks. Der Hollywood-Star war Gast auf Lanz' Couch. Seine Lästereien über Länge und Niveau der Sendung nahm der Boulevard dankend auf. Gefühlt gab es, abgesehen von der US-Wahl, Sonntag und Montag kein anderes Thema.

Lanz-Bashing ist gerade in. Warum weiß keiner so genau. Sein oft seichter und um Humor bemühter Moderationsstil ist Geschmackssache. Das Image als eher glatter Streber ohne Ecken und Kanten hat sich Lanz selber zuzuschreiben. Aber diese Generalabrechnung mit einem Mann, der zum zweiten Mal in seiner Karriere die größte TV-Show Europas moderiert hat, grenzt dann doch ein bisschen an Kopflosigkeit. Auch wird man das Gefühl nicht los, dass pure Meinungsmache dahintersteckt.

Lanz ist Profi genug

Fernsehmenschen reagieren auf das Gemeckere an ihnen unterschiedlich. Einige gehen konsequent in den Gegenangriff über. Thomas Gottschalk konnte das gut. Andere reflektieren ihre Leistung sehr wohl. Dazu gehört auch Markus Lanz. Auf die Kritiken nach seiner ersten "Wetten, dass..?"-Sendung im Oktober hat er wohltuend besonnen reagiert. Sicher, ein paar Hakler habe es gegeben, räumte er unmittelbar nach der Show ein. Seine Bilanz fiel vorsichtig aus: "Hätte schlimmer sein können."

Auch jetzt, nach der Riesenwelle, ausgelöst durch ein paar unbedachte Worte von Tom Hanks, die der übrigens längst relativiert hat, bleibt Lanz ganz bei sich. "Was er gesagt hat, ist eine Sache, was daraus gemacht wird, eine ganz andere", sagt der Moderator in einem Gespräch mit der Illustrierten "Bunte". Und dann wird er für seine Verhältnisse doch noch deutlich: "Wir sind mittlerweile bei allem so hysterisch, dass ich mich manchmal frage, ob das schon behandlungsbedürftig ist." So einen Satz kann man arrogant finden. Man kann ihn aber auch als voll zutreffend bezeichnen. Lanz ist Profi genug, es bei diesem kurzen Statement zu belassen. Denn mehr gibt es zu diesem Nervthema nicht zu sagen.

Enorme Ewartungshaltung

Das findet übrigens auch Frank Elstner. Der Erfinder von "Wetten, dass..?" nennt das Geschrei mancher Medien "aufgebauscht". Trotzdem hat der Altmeister auch eine Erklärung dafür parat: "Wenn ein Mann ein solches Schlachtschiff übernimmt, wird eben genau hingeguckt und das, was nicht gefallen hat, auch deutlich geäußert", so Elstner zu "Focus Online". Lanz sei intelligent genug, um zu wissen, dass das noch nicht die 100 Prozent seien, die man von ihm erwarten könne.

Möglicherweise ist die Erwartungshaltung an Lanz sogar höher, als die von Elstner angesprochenen 100 Prozent. Und so gesehen schlägt sich der Südtiroler, der zwar selten überrascht, dafür aber fast alles was man ihm vor die Nase setzt souverän wegmoderiert, wirklich gut. Auch die Gelassenheit mit der er nun auf die Hanks-Lästereien reagiert hat, spricht mehr für als gegen Markus Lanz.

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