"Die Polizistin und die Sprache des Todes"
Taffe Chefermittlerin an der Waterkant

  • von Eric Leimann
Fallanalystin Gloria Acheampong (Thelma Buabeng) wird vom BKA an die deutsch-dänische Grenze geschickt, um eine Mordserie aufzuklären. "Die Polizistin und die Sprache des Todes" war 2024 der erste Film einer neuen Reihe von Lars Becker ("Nachtschicht"). Film zwei, der noch kommt, spielt in Frankfurt.
Fallanalystin Gloria Acheampong (Thelma Buabeng) wird vom BKA an die deutsch-dänische Grenze geschickt, um eine Mordserie aufzuklären. "Die Polizistin und die Sprache des Todes" war 2024 der erste Film einer neuen Reihe von Lars Becker ("Nachtschicht"). Film zwei, der noch kommt, spielt in Frankfurt.
© ZDF / Christine Schroeder

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Der Hamburger Filmemacher Lars Becker ("Nachtschicht") schickt in "Die Polizistin und die Sprache des Todes" eine Top-Profilerin des BKA (Thelma Buabeng) ins Rennen. An der deutsch-dänischen Grenze soll sie Morde aufklären. Nicholas Ofczarek gibt den charismatischen Hauptverdächtigen.

Beim Hamburger Autor und Regisseur Lars Becker, der 2003 die Krimireihe "Nachtschicht" ins Leben rief, wurde schon divers geschrieben und besetzt, als es das Wort in seiner die Gesellschaft beschreibenden Verwendung noch gar nicht gab. Schon immer spielten beim mittlerweile 72-jährigen Filmemacher Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen Hauptrollen. In einer neuen Krimireihe mit Fallanalystin Gloria Acheampong (Thelma Buabeng) schickte Becker 2024 in "Die Polizistin und die Sprache des Todes" die zweite schwarze Chefermittlerin des deutschen Fernsehens ins Rennen – nach Florence Kasumba im mittlerweile abgesetzten Göttinger "Tatort". Ein zweiter "Die Polizistin"-Film wurde übrigens im Sommer 2025 in Frankfurt am Main abgedreht.

Gloria ist Stanford-Absolventin und hat im BKA eine Blitzkarriere hingelegt. Nun wird die alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohns an die deutsch-dänische Grenze geschickt. Hier wurde eine Frauenleiche entdeckt, die nach demselben Muster zu Tode kam wie schon drei Frauen zuvor. Der Täter, auf den dieses Muster passt (Nicholas Ofczarek), sitzt jedoch in Haft. Er kann es nicht gewesen sein. Ist ein Nachahmer unterwegs? Bei Glorias Ermittlungen unterstützt sie der lokale Polizist Pieper Olsen (Artjom Gilz).

Das jüngste Opfer der Mordserie, wenn es denn eine ist, war eine junge schwarze Frau. Für Gloria hat dies keine Bedeutung, sagt sie, doch einige der Befragten der norddeutschen Gemeinde, wo jede(r) jede(n) kennt, sehen dies anders. Manchmal laufen Glorias Ermittlungen im Drehbuch Beckers bewusst "farbenblind" ab, manchmal wird Glorias Aussehen aber auch thematisiert. Der Film findet hier eine gute Mischung aus Momenten, in denen struktureller Rassismus im Alltag deutlich wird, und einer angenehmen Normalität. Im Mittelpunkt des Plots stehen Fall und Charaktere, nicht deren Aussehen.

Kein Highlight im Lars Becker-Kosmos

Der Krimi ist als solcher eher mittelprächtig, auch wenn Nicholas Ofczarek mal wieder einen beeindruckenden Bösen gibt, der zudem – und das als Österreicher – ein überzeugendes nordisches Idiom spricht. Kleiner Fun Fact am Rande: Auch die beiden Brüder des inhaftierten Rudi Butscher (Ofczarek) werden von einem Österreicher (Thomas Schubert, "King of Stonks") beziehungsweise einem Berliner gespielt, der hauptsächlich in Österreich und Bayern Theater spielt: Marcel Heupermann ("Als wir träumten"). Mit jenen drei groben Gestalten ist Becker ein echter Besetzungs-Coup inklusive scheinbarer Familienähnlichkeit gelungen. – Der Ausstrahlungstermin für Gloria Acheampongs zweiten Fall ist noch nicht bekannt.

Die Polizistin und die Sprache des Todes – Mo. 08.06. – ZDF: 20.15 Uhr

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