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"Tatort"-Kritik Ballernde Osterhasen


Peng, Peng, Peng! Der Oster-"Tatort" mit Wotan Wilke Möhring wirkt streckenweise wie ein Kinder-Krimi. Eines ist klar: Kommissarin Lorenz alias Petra Schmidt-Schaller wird fehlen.
Von Sarah Stendel

Zu lauter Hip-Hop-Musik springen fünf Männer in gruseligen Hasen-Kostümen aus einem Auto, zücken cool ihre Waffen und ballern los. Peng, Peng, Peng! Zielsicher treffen die vermummten Typen ihre Opfer - die in der Anfangsszene des Oster-"Tatorts" aus Norddeutschland noch Holzfiguren sind. Doch harmlos ist die Truppe trotzdem nicht, die Männer haben etwas vor.

Auf einer noblen Charity-Gala in Hamburg wollen sie den anwesenden Pfeffersäcken Angst einjagen und dadurch auf das Schicksal von Flüchtlingen hinweisen. Die Kostüme sind cool - doch die Aktion nicht. Die Geiselnahme gerät ziemlich schnell außer Kontrolle, denn einer der Hasen verfolgt einen ganz anderen Plan. Als die ersten Schüsse fallen, ist Falkes (Wotan Wilke Möhring) Kollegin Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) zufällig mitten drin im Chaos.

Augenrollen für die "Bad Easter Bunnies"

Leider schaffen es die ballernden Osterhasen nicht, beim Zuschauer das Gefühl von echter Bedrohung aufkommen zu lassen. Geschweige denn bei den Geiseln. Die geben sich - selbst als die mordenden Häschen zwei Menschen getötet haben - irritierend entspannt in ihrer Gefangenschaft.

Was kein Wunder ist. Gegen die "Bad Easter Bunnies" wirken selbst die Einbrecher aus "Kevin allein zu Haus" wie knallharte Profis. Besonders die Sequenzen, in denen die vier Unschulds-Hasen mit ihrem bösen Anführer den offensichtlich schlecht-durchdachten Plan aushecken, bringen den Zuschauer zum Augenrollen. "Sind wir Angsthasen oder sind wir die Easter Bunnies?", feuern sie sich irgendwann tatsächlich an. Es könnte fast ein Kinder-Krimi sein.

Schmidt-Schaller wird fehlen

Und so bringt "Frohe Ostern, Falke" vor allem eine Erkenntnis: Petra Schmidt-Schaller wird fehlen. Nicht nur, weil ihre Katharina Lorenz doch bitte wieder mit Falke so schön zu Billstedter Milch abstürzen soll. Sie ist auch das einzige Element, das diesem "Tatort" Spannung verleiht. Mit kühlem Kopf hält sie den Kontakt zu Falke draußen, trickst sich mit psychologischem Geschick ihr Handy von einem Entführer zurück und zückt im Abendkleid die Waffe.

Dadurch wird der "Tatort" zur Mitte hin doch noch packend. Wotan Wilke Möhring spielt in dieser Folge fast nur eine Nebenrolle, Schmidt-Schaller darf hingegen Gas geben. Für eine richtige Abschiedsvorstellung hat die Schauspielerin aber etwas Besseres verdient. Eine Folge lang wird sie noch ermitteln, dann bekommt Wotan Wilke Möhring mit Franziska Weisz eine neue Kollegin.


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