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"Tatort"-Check: Tote Tiere und Verschwörungstheorien: So wird der Krimi aus Frankfurt

Schöne Ideen, eine Prise Humor - aber leider zu wenig Spannung: Im Frankfurter "Tatort" geraten die Kommissare Brix und Janneke mitten in einen Nachbarschaftsstreit, der eskaliert.

Tatort Frankfurt

Anna Janneke (Margarita Broich), und Paul Brix (Wolfram Koch) mit dem IT-Nerd Daniel (Constantin von Jascheroff, Mitte).

Worum geht's?

Eigentlich haben Kommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) und Kommissar Paul Brix (Wolfram Koch) gar keinen Fall: Nur weil sich eine ältere Dame Sorgen um ihren seit einigen Tagen nicht gesehenen Nachbarn macht, muss nicht gleich ermittelt werden. Die Frau (Cornelia Froboess) ist aber felsenfest davon überzeugt, dass ihr anderer Nachbar Nils Engels (Jan Krauter) etwas damit zu tun hat. Der hochbegabte IT-Spezialist schottet sich in seinem mit Überwachungskameras und modernster Technik ausstaffierten Haus ab. Und er führt Krieg gegen die Nachbarschaft in der Einfamilienhaussiedlung. Brix und Janneke nehmen sich der Sache an und finden erst nichts - außer toten Haustieren. Als ein Unfall geschieht, sind sie jedoch schon bald einem Verbrechen auf der Spur und stoßen auf wilde Verschwörungstheorien.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Der Krimi startet sehr atmosphärisch mit ungewöhnlichen Bildern, außerdem wird Musik originell eingesetzt. Auch die Idee mit der skurrilen Nachbarschaft auf engstem Raum hat Charme, wenn etwa die alternde Krimiautorin auf den IT-Nerd oder die spießige Kleinfamilie auf eine eitle Opernsängerin trifft. Schön auch, dass der Frankfurter "Tatort" einen Schuss Humor mitbringt - es gibt durchaus was zu lachen für den Zuschauer.

Was nervt?

Das Thema. Nach den Technik-skeptischen Drehbüchern aus Stuttgart und Bremen versuchen sich jetzt auch die Frankfurter an einer Geschichte rund um Datensicherheit und Überwachung. Fast scheint es, als hätten alle "Tatort"-Ableger beim selben Redakteur zum Ideen-Brainstorming antreten müssen. Schade auch, dass das Drehbuch Längen hat und die Handlung stellenweise sehr unglaubwürdig ist. Auch Spannung kommt erst zum Schluss auf.

Die Kommissare?

Sind angenehm entspannt und normal im Umgang miteinander. Und Broich darf mit ihrer Kommissarin Janneke sogar kurz Uma Thurman geben und sehr lässig den legendären Twist aus "Pulp Fiction" nachtanzen.

Ein- oder ausschalten?

Gesehen haben muss man diesen "Tatort" nicht - aber weh tut es auch nicht. 

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