HOME

Stern Logo Tatort

Max Ballauf und Freddy Schenk: Kölsch und Bratwurst sind immer mit dabei

Die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk haben sich im Laufe ihrer "Tatort"-Karriere auf Platz eins der Beliebtheits-Skala gespielt - auch dank ihrer kulinarischen Vorlieben.

Von Carsten Heidböhmer

Der Mörder ist jedes Mal ein anderer, aber eines bleibt immer gleich: Einmal in jeder Folge suchen Max Ballauf und Freddy Schenk ihren Lieblingsimbiss am Kölner Rheinufer auf, um gemeinsam eine Bratwurst und ein Kölsch zu verzehren, mit Vorliebe am Ende des Films, nach getaner Arbeit. Idyllischer Rheinblick inklusive. Nicht nur dieser Umstand trägt zur Beliebtheit des Duos bei: Glaubt man den die "Tatort"-Fans, ermittelt kein anderes Team so gut und vor allem so unterhaltsam wie Freddy (Dietmar Bär) und Max (Klaus J. Behrendt). Die beiden Kölner "Tatort"-Kommissare sind seit Jahren die beliebtesten Ermittler bei den TV-Zuschauern. Das Meinungsforschungsinstitut emnid hatte 2005, wenige Tage vor der Ausstrahlung des 600. "Tatorts", im Auftrag der Zeitschrift "Bildwoche" in einer repräsentativen Umfrage 556 Menschen befragt.

Diese Sichtweise teilen auch die stern.de-Leser. In einer Online-Abstimmung mit mehr als 220.000 abgegebenen Stimmen liegt das Duo auf dem ersten Platz - mit deutlichem Abstand vor den Münsteraner Ermittlern Thiel und Boerne.

Seit 1997 im Dienst

Ballauf und Schenk gehören zu den Dienstältesten Teams. Zum ersten Mal gingen sie am 14. September 1997 im "Tatort" auf Verbrecherjagd, "Willkommen in Köln" hieß ihr erster Fall. Seitdem wurden 45 Folgen mit den beiden ausgestrahlt. Die beiden Hauptkommissare ergänzen sich ideal: Freddy Schenk ist der gemütliche Familienmensch mit Ehefrau und Tochter, die ihn inzwischen sogar zum stolzen Großvater gemacht hat. Max Ballauf ist dagegen der einsame Wolf, der jahrelang im Hotelzimmer wohnte und dessen Privatleben aus kurzzeitigen Affären besteht, gerne mal mit Verflossenen.

Besonderes Kennzeichen ihrer Fälle ist der Hang zu sozialromantischen Themen. Oftmals ist die Handlung in der Unterschicht oder im Migrantenmilieu angesiedelt. Die Problematik wird stets behutsam aufbereitet. Der Hartz-IV-Empfänger oder der Ausländer ist in den seltensten Fällen der Täter, meist ist es ein Anzugträger, der aus Habgier einen Mord verübt hat.

Mit ihrer bodenständigen Art haben Ballauf und Schenk offenbar auch ihre Kollegen aus dem wahren Leben überzeugt. Im März 2005 verlieh der Bund Deutscher Kriminalbeamter BDK den Schauspielern Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt die Ehren-Kriminalmarke für ihr "besonderes Engagement bei der professionellen Kriminalitätsbekämpfung". Wie man die beiden kennt, werden sie sich darauf erst einmal ein Kölsch in ihrem Lieblingsimbiss genehmigt haben.