Deutscher ESC-Vorentscheid 2026
Die Musikerinnen und Musiker im Check

Malou Lovis (li.) und Sarah Engels wollen zum ESC 2026.
Malou Lovis (li.) und Sarah Engels wollen zum ESC 2026.
© ARD/SWR/Claudius Pflug / ARD/SWR/Claudius Pflug
Neun Acts, ein Ziel: Wer vertritt Deutschland beim ESC 2026 in Wien? Ein Check aller Kandidatinnen und Kandidaten.

Am 16. Mai steigt in Wien das große ESC-Finale - doch wer darf für Deutschland auf die Bühne? Beim nationalen Vorentscheid 2026 treten neun Acts gegeneinander an, um das Publikum und die Jury zu überzeugen. Wer ist dabei und welche Songs werden performt?

Der zuständige SWR gab Mitte Januar die neun Künstler bekannt, die beim Vorentscheid "Eurovision Song Contest - Das deutsche Finale 2026" antreten werden. Die Show findet am 28. Februar 2026 in Berlin statt. Barbara Schöneberger (51) und Hazel Brugger (32) führen durch den Vorentscheid, der im Ersten um 20:15 Uhr ausgestrahlt wird.

Malou Lovis

Mit dabei ist Malou Lovis (26). Mit ihrem ESC-Song "When I'm With You" erzählt sie eine intensive Liebesgeschichte über die Verbindung zwischen zwei Frauen. Damit setzt sie ein starkes Zeichen für Sichtbarkeit und gegen Homophobie. Aufgewachsen im Münsterland, fand Malou schon früh ihre Leidenschaft für Musik. Eine prägende Reise durch Spanien bestärkte sie darin, ihren eigenen Weg zu gehen. Dieser führte sie 2023 zu "The Voice of Germany", wo sie die 13. Staffel gewann. Im März 2025 erschien ihr Debütalbum "things i wrote down last night". Sie begleitete ihre "The Voice"-Coaches Bill und Tom Kaulitz als Support-Act auf der Europatour von Tokio Hotel - mit denen sie später auch den Song "One More Day" aufnahm. "Der ESC ist für mich die ideale Möglichkeit, noch mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen und mich gleichzeitig weiter international zu etablieren", sagt die Singer-Songwriterin laut SWR zu ihrer Vorentscheid-Teilnahme.

Molly Sue

Molly Sue (25) bringt emotionalen Power-Pop auf die Bühne. Sie geht mit dem Song "Optimist (Ha Ha Ha)" ins Rennen um das ESC-Ticket. Er handelt davon, dass man Menschen oft nicht ansieht, was wirklich in ihnen vorgeht. Die Norddeutsche, die bereits bei "The Voice Kids" und später bei "Deutschland sucht den Superstar" Bühnenerfahrung sammelte, will die große ESC-Bühne nun nutzen, um sich musikalisch weiterzuentwickeln und ihr eigenes Profil zu schärfen. Mit ihren Songs verbindet Molly Sue gefühlvolle Heartbreak-Texte mit modernen Pop-Beats - eine Mischung, die ihr auf Social Media eine wachsende Fangemeinde eingebracht hat. Dort begeistert sie neben eigenen Stücken auch mit Coverversionen von Künstlerinnen wie Lana Del Rey oder Birdy.

Myle

Myle (25), bürgerlich Milo Hoelz, will mit dem Song "A OK" überzeugen. "Als deutsch-amerikanischer Künstler trage ich den Wunsch in mir, zwei Kulturen miteinander zu verbinden. Genau dafür ist der ESC für mich die perfekte Bühne", sagt der Musiker, der im süddeutschen Ravensburg aufgewachsen ist. Myle verarbeitet in seiner Musik offen Themen wie Mental Health, Selbstzweifel, Hoffnung und die Kraft, in schwierigen Zeiten weiterzumachen. Sein ESC-Song "A OK" ist Teil einer sehr persönlichen Geschichte. Entstanden ist der Song nach dem Kontakt mit einer Person aus seiner Community, die sich in einer schweren psychischen Krise befand. Neben der Unterstützung durch professionelle Hilfe wollte der Musiker mit einem Lied, das Halt gibt, selbst einen Beitrag leisten.

Ragazzki

Italo-Disco trifft auf Polska-Pop: Ragazzki ist ein neues Musikprojekt aus Berlin, das die Musiker Marti Fischer (35) und David "Miirtek" Starosciak (33) gemeinsam ins Leben gerufen haben. Fischer, bekannt als Produzent, Multiinstrumentalist und YouTube-Kreativer, machte erstmals 2010 durch seinen Sieg beim "Secret Talents Award" auf sich aufmerksam. Zusammen mit Starosciak entwickelt er nun den unverwechselbaren Ragazzki-Sound - eine Mischung aus italienisch inspirierten Disco-Klängen und treibenden elektronischen Rhythmen mit osteuropäischem Flair. Ihr ESC-Beitrag "Ciao Ragazzki" bringt genau diese musikalische Verbindung auf die Bühne.

Sarah Engels

Es ist der wohl bekannteste Name unter den Vorentscheid-Acts: Sarah Engels (33) will mit "Fire" zum ESC. Der Titel handelt von innerer Stärke, Selbstbestimmung und dem Mut, sich von Belastendem zu lösen und eigene Grenzen zu setzen. "In dem Song geht es darum, dass man sich als Frau aus einer toxischen Situation befreit", sagte Engels Mitte Februar im Gespräch mit spot on news. "Ich glaube, gerade wir Frauen kennen das Gefühl, sich selbst zu verlieren. [...] Und dann findet man das innere Feuer wieder und die ganze Kraft und Energie kann sprudeln." Bekannt wurde Engels 2011 durch ihre Teilnahme bei "Deutschland sucht den Superstar", wo sie mit ihrer Final-Single "Call My Name" Platz zwei der Charts erreichte und für den Echo nominiert wurde. Seither hat sie sich als vielseitige Künstlerin etabliert - als Sängerin, Musicaldarstellerin und TV-Persönlichkeit. Mit ihrem 2025 erschienenen Album "Strong Girls Club", das erstmals auch englischsprachige Songs enthält, schlägt Engels ein neues Kapitel auf.

wavvyboi

wavvyboi (27), bürgerlich Simon Vogt-Grande, träumt schon länger von dem Musikwettbewerb: "Als ich früh mit dem Gitarrespielen anfing und mir ausgemalt, wie es wäre, meine Musik einmal vor einem so großen Publikum zu teilen, wusste ich einfach, dass ich gerne einmal auf der Bühne des ESC stehen möchte." Mit dem Song "black glitter" soll das gelingen. Der nicht-binäre Künstler verbindet eindringliche Gitarrenklänge mit emotionalem Songwriting und sensibler Lyrik. In seiner Musik greift wavvyboi Themen wie mentale Gesundheit, queere Identität und den Umgang mit persönlichen Brüchen auf. In dem ESC-Song übersetzt der Act "die fluide Vielfalt der modernen Welt in Klang". Laut Ankündigung wird es "laut, glitzernd und kompromisslos".

Dreamboys The Band

Dreamboys The Band entstand in Berlin aus einer spontanen Zusammenarbeit der vier Musikerinnen Jo The Man The Music, Philippa Kinsky, Villforth und Nina Caroline. Alle vier sind seit Jahren als Solokünstlerinnen aktiv und bündeln nun ihre Erfahrungen in einem gemeinsamen Projekt. Seit 2025 machen sie mit mehrstimmigen Coverversionen und eigenen Songs auf sich aufmerksam. Ihr ESC-Beitrag "Jeanie" steht für Selbstbestimmung und innere Stärke - ein Song über das Loslassen von Erwartungen und Zweifeln und zugleich eine Hommage an die Freude, sich selbst treu zu bleiben.

Laura Nahr

Laura Nahr (25) wird ihren Song "Wonderland" präsentieren. Sie wuchs in Magdeburg auf, lebte mehrere Jahre in London und ist heute in Berlin zu Hause. Ihre Musik verbindet akustische Gitarre, Klavier und eine klare Stimme zu einem modernen Pop-Sound. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Liebe, Selbstfindung und der Übergang ins Erwachsensein. Mit ihrer 2025 erschienenen Debüt-EP "Missed Connections Collection" etablierte sie sich als neue Stimme im deutschen Pop. Ihr ESC-Beitrag "Wonderland" greift das Gefühl auf, zwischen Aufbruch und Überforderung festzustecken.

Bela

Bela (23) weiß um die Möglichkeit, die der Musikwettbewerb bietet: "Der ESC ist für mich die Chance, Menschen mit meinen Songs zu erreichen, die vielleicht noch nie von mir gehört haben." Er tritt mit dem Song "Herz" an. Der Titel beschreibt das Gefühl, sich in einen Menschen aus einer ganz anderen Lebenswelt zu verlieben - und thematisiert zugleich die Unsicherheit, in dieser Welt keinen Platz zu finden. Aufgewachsen in München, kam Bela schon früh mit Musik in Kontakt. Sein Vater förderte die musikalische Atmosphäre im Elternhaus und legte so den Grundstein für seine Leidenschaft. Mit 16 begann Bela, eigene Musik zu schreiben und in Studios zu arbeiten. Bereits in jungen Jahren sammelte er dabei Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit etablierten Künstlerinnen und Künstlern.

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