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"Tatort"-Check : Der "Isarmord" bewegte München - heute wird er zum "Tatort"-Fall

Der Mörder ist irgendwo da draußen: Im aktuellen Münchner "Tatort" geraten die Kommissare an ihre Grenzen. Der Fall beruht auf einer wahren Begebenheit und zeigt, wie frustrierend und ermüdend Ermittlungen sein können.

Tatort München

Die Kriminalhauptkommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) sind von den Rückschlägen bei ihren Ermittlungen erschöpft.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Es ist ein Mord auf offener Straße, mitten in München: Der Familienvater Ben Schröder will einem Unbekannten vom Boden aufhelfen - und wird von diesem plötzlich niedergestochen. Seine Frau Ayumi (Luka Omoto) und sein kleiner Sohn Taro (Leo Schöne) müssen alles mit ansehen, stehen unter Schock. Den Kommissaren Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) geht der brutale Fall an die Nieren. Besonders Batic, der sowieso überarbeitet ist, kommt an seine Grenzen. Auf der Suche nach dem Täter verfolgt die Polizei vor allem eine vielversprechende DNA-Spur.

Warum lohnt sich der "Tatort?

Dunkle Bilder, emotionale Dialoge, toller Schnitt - aber den wirklichen Schrecken bekommt dieser "Tatort" erst, wenn man weiß, dass alles auf einem wahren Fall beruht. Ganz ähnlich wurde in München 2013 ein Italiener ermordet, der Täter ist bis heute nicht gefasst. Der sogenannte "Isarmord" beschäftigt seither Polizei und Anwohner. In "Die Wahrheit" wird vor allem der Frust und die Anstrengung der Kommissare spürbar gemacht. Wie zuverlässig sind Zeugenaussagen, wenn jeder seine eigene Wahrheit zu kennen glaubt? Was bedeutet es konkret, von mehreren tausend Männern einen DNA-Abstrich zu nehmen? Und wie findet man die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen - oder in diesem Fall: das Messer im Müllhaufen?

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Was stört?

Polizeiarbeit ist zäh. Sehr zäh. Das wird überdeutlich gemacht und wirkt sich dadurch leider auch auf die Spannung aus. "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht" heißt es passenderweise in einem Sprüche-Kalender auf dem Polizeirevier. Die Geduld der Zuschauer wird lange strapaziert, bis es zum Ende hin noch einmal spannend wird. 

Die Kommissare?

"Ivo, was ist los mit dir?", fragt Leitmayr zu Beginn immer wieder, genau wie der Zuschauer. Denn Batic steht kurz vor dem Burn-Out und kämpft mit mehreren Panikattacken - und das von der ersten Minute an. Die Münchner Kommissare hadern in dieser Folge mit der Sinnhaftigkeit ihres Jobs, kommen an ihre Grenzen. Glamourös und cool wie etwa beim Kollegen Tschiller in Hamburg ist die Polizeiarbeit in München nicht.

Tatort München


Ein- oder Ausschalten?

Einschalten - aber nur, wenn Sie nebenbei noch auf Twitter gucken können. Dort begleitet die Münchner Mordkommission um Kriminalhauptkommissar Herbert Linder den ARD-Krimi. Sie suchen seit Jahren nach dem echten "Isarmörder" und stellen sich auf Twitter den Fragen der Zuschauer. Das könnte über die langwierigen Sequenzen hinweg helfen.

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