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"Tatort"-Check: Fall ohne Mord: Alles zum Krimi aus Wien

Umständliche Sprache, unglaubwürdige Handlung: Der Wiener "Tatort" übernimmt sich an einem als Psychothriller angelegten Fall über einen Aufstand gegen die Leistungsgesellschaft.

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Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) sollen diesmal keinen Mord aufklären, sondern eine im Internet angekündigte Bluttat in letzter Sekunde verhindern.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Ein junger Mann aus gutem Hause (Aaron Karl) stellt ein Video ins Internet und richtet eine schockierende Botschaft an sein Publikum: Er kündigt seinen Suizid und die Ermordung seiner Eltern an. Vorher aber will er noch die höchstmögliche Aufmerksamkeit - für was, das sagt er nicht. Im Stil einer Krimi-Serie endet er seine Clips mit Cliffhangern und hält so ganz Wien in seinem Bann. Die Kommissare Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) nehmen die Ermittlungen auf.

Warum lohnt er sich?

Für die eindringliche Anfangs-Sequenz: Der Student David Frank spricht seine Botschaft direkt in die Kamera und holt die Zuschauer damit von der ersten Sekunde an ab. "Ich bin normal, aber manche werden es anders fühlen."

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Was nervt?

Das Gerede! Da hilft es auch nicht, dass die Autoren sich dessen bewusst sind, damit spielen wollen und vor allem Kommissarin Fellner immer wieder die Rolle zukommt, Gesagtes zu übersetzen oder zu erklären. Die Sprache bleibt über lange Strecken umständlich und theoretisch. schwankt zwischen Wissenschaftsdeutsch und Hierarchie-Sprech. Die geballten philosophischen Monologe zielen am Zuschauer vorbei. Schade. 

Die Kommissare?

Geben die Bodenständigen und Widerspenstigen zwischen all dem Obrigkeits-Gedünkel, doch vor allem bei Eisner herrscht eine gewisse aggressive Grundstimmung, die schnell nervig wird. Er ist durch seine Tochter auch persönlich in den Fall involviert - wirklich nahe geht das aber nicht.

Ein- oder ausschalten?

Sie können getrost erst zum Dschungelcamp den Fernseher einschalten: Einen wirklich spannenden Krimi werden sie nicht verpassen. Zu unlogisch wirkt das Vorgehen der Polizei ohne tatsächlichen Beweis der Gefahr, zu anstrengend sind die Dialoge. "Schock" will einfach nicht schocken.