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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp 1.7.: "Ghosted": Geisterstunde auf Taiwanisch

Sophies Geliebte ist tot, aber auf Taiwan muss das noch nicht das Ende bedeuten. "Ghosted" ist ein Geister- und Liebesmärchen der besonderen Art. Unser TV-Tipp des Tages.

Im Bett mit dem Spiegelbild der toten Geliebten: Sophie Schmitt (Inga Busch, r. ) kann sich den Verführungskünsten der Taiwanesin Mei-li (Hu Ting Ting, l.) nicht entziehen.

Im Bett mit dem Spiegelbild der toten Geliebten: Sophie Schmitt (Inga Busch, r. ) kann sich den Verführungskünsten der Taiwanesin Mei-li (Hu Ting Ting, l.) nicht entziehen.

"Ghosted"
20.15 Uhr, ZDFkultur
DRAMA Meine Freundin Ning glaubt an Geister. Im siebten Monat des chinesischen Monatskalenders, wenn der Geistermonat über Taiwan hereinbricht und sich die Tore zur Unterwelt einen Spat breit öffnen, traut sie sich nur noch widerstrebend im Dunklen vor die Tür. Und Kleidungsstücke, die nach Einbruch der Dämmerung draußen liegen, holt sie erst am nächsten Tag wieder herein. Zu groß die Gefahr, ein Geist könnte das vergessene Textil als Geschenk missverstehen und nachts hineinkrabbeln.

Ich hatte schon einige Zeit nicht mehr an Ning und meine tolle Zeit auf Taiwan gedacht, bis ich in der Fernsehzeitung über "Ghosted" gestolpert bin, eine deutsch-taiwanische Koproduktion, die Elemente der taiwanischen Geistermystik mit der deutschen Romantik verknüpft. Für alle Deutschen, die einige Zeit auf der Insel gelebt haben, ist der Film natürlich ein besonderes Fest. Die Szenen, die in der Hauptstadt Taipeh spielen, die Momente auf den Nachtmärkten, die allgegenwärtigen Scooter und der nächtliche Blick auf den Wolkenkratzer Taipei 101, lassen alte, längst verschüttet geglaubte Erinnerungen wieder ans Tageslicht kriechen, fast so wie es die Verstorbenen im Geistermonat es tun.

Aber auch für den Zuschauer, der nicht persönlich mit der kleinen Insel vertraut ist, hat der Film von Monika Treut und Astrid Ströher eine spannende, kleine Liebes- und Trauergeschichte zu erzählen, die überraschend ruhig und ohne die üblichen Geisterbahneffekte daher kommt. Die Hamburger Künstlerin Sophie (Inga Busch) reist nach , um den Tod ihrer Freundin Ai-ling (Huan-Ru Kel) zu verarbeiten. Doch schleicht sich eine mysteriöse Fremde (Ting-Ting Hu) in Sophies Leben und kann nicht mehr von ihr lassen. Oder ist es doch Ai-ling, deren Geist noch keine Ruhe gefunden hat.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern




Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"More Than Honey – Bitterer Honig"
22.45 Uhr, ARD


DOKUMENTARFILM Um dem Massensterben der Honigbienen auf die Spur zu kommen, flog Markus Imhoof um die halbe Welt. Großartige Aufnahmen erklären, wie ein Bienenstaat funktioniert, erschreckende Bilder zeigen, was falsch läuft zwischen Mensch und Tier. Da soll der Antibiotikaeinsatz den Zucht erfolg mehren, ganze Bienenvölker werden von einer pestizidbelasteten Monoplantage zur nächsten transportiert, da kommen resistente Killerbienen zum Einsatz oder nehmen Menschen das Bestäuben der Pflanzen selbst in die Hand, um Bienen vor chemieverseuchten Regionen zu schützen. Ein ebenso faszinierender wie erhellender Report über das Geschäft mit dem Honig. (bis 0.15)

"Schade um das schöne Geld"
20.15 Uhr, 3Sat

KOMÖDIE Als die Wettgemeinschaft im friesischen Greetsiel 25 Mille macht, bricht in der Gemeinde das Chaos aus. - Das Stelldichein vorwiegend norddeutscher Charakterköpfe arbeitet mit grellen Karikaturen. Martin Brambach und Stefanie Schmid mimen Banker mit Humor. (bis 21.45)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo