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TV-Tipp 11.8.: "Die Tricks mit Brot und Brötchen": Wie viel Chemie steckt in unseren Brötchen?

Und nachts um vier knetet der alte Bäckersmann liebevoll seinen Brötchenteig durch. Von wegen! Eine NDR-Doku deckt auf, wie viel Chemie mittlerweile in unseren Backwaren steckt. Gruselig.

Das perfekte Brötchen aus dem Labor? Eine NDR-Doku zeigt, mit welchen Mitteln Verbraucher beim Kauf von Brot, Brötchen und Kuchen hinters Licht geführt werden.

Das perfekte Brötchen aus dem Labor? Eine NDR-Doku zeigt, mit welchen Mitteln Verbraucher beim Kauf von Brot, Brötchen und Kuchen hinters Licht geführt werden.

"Die Tricks mit Brot und Brötchen"
21.00 Uhr, NDR

DOKU Wer mich kennt, weiß; Mein Magen ist Kummer gewohnt. Salat macht sich rar im Hause Wiesner, ebenso selten wird der Kochlöffel geschwungen. Stattdessen landen fast täglich Tiefkühl-, Konserven- und Aufbackprodukte auf meinem Teller. Es ist eine Frage von Zeit, vor allem aber von Bequemlichkeit: Ohne dass ich einen Handschlag dazu tun müsste, bereitet sich die Pizza im Ofen wie von selbst zu. Superpraktisch.

Geschmacklich habe ich mich längst arrangiert. Natürlich mag ich ein selbst zubereitetes Mahl mit frischen Bio-Zutaten lieber als das übliche TK-Zeug. Aber wirklich schlecht schmeckt mir die Pizza Salami aus dem Chemiebaukasten trotz (oder gerade wegen?) all ihrer Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe nicht. Und dass der "Käse" darauf wohl eher ein Gemisch aus Fett, Eiweißpulver und Wasser ist, kann mein Gehirn ganz wunderbar verdrängen.

Anders gesagt: Ich bin der Traum jedes Foodproduzenten. Ein Vebraucher, wie ihn sich jeder Nahrungsmittelhersteller wünscht. Dieser Selbstbetrug funktioniert natürlich nur, wenn ich möglichst wenig über das weiß, was auf meinem Teller landet. Und wenn ich mir einreden kann, dass alles am Ende doch gar nicht so schlimm ist. Um die (wirklich gute) NDR-Dokureihe "Was wir wirklich essen" habe ich daher bislang einen großen Bogen gemacht.

Aber diese Folge werde ich mir trotzdem ansehen. Weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass selbst bei der Produktion von Brot und Brötchen mittlerweile ordentlich die Chemiekeule geschwungen wird. Vielleicht wird aus mir ja doch noch ein mündiger Konsument? Auf Aufbackbrötchen könnte ich zur Not wirklich verzichten. Aber wenn die große Enthüllungsdoku zu TK-Pizza läuft, schalte ich ab. Garantiert.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Inside Man"
22.15 Uhr, ZDF


THRILLER Bei einem Banküberfall bringt Russell Dalton (Clive Owen) mit seiner Bande 50 Geiseln in seine Gewalt. Detective Frazier (Denzel Washington) erlebt einen Gegner, der auf jeden seiner Schritte vorbereitet zu sein scheint… Kluges Psychoduell von Spike Lee („Malcolm X“). (bis 0.15)

"Der König von Bastoy"
21.45 Uhr, Arte


DRAMA Im Jugendknast auf der Insel Bastøy will Direktor Bestyreren (Stellan Skarsgård) 1915 die 11- bis 18-Jährigen mit drakonischen Mitteln "bessern". Es kommt zur Revolte… Fesselnd. (bis 23.40)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo