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TV-Tipp 13.7.: "Die Verführungskünstler": So klappt's auch mit den Damen - garantiert

Ganz Deutschland schaut Fußball - und Sie lieber woanders hin? Die Doku "Die Verführungskünstler" begleitet einen jungen Mann auf dem Weg vom Schüchterling zum neuen Don Juan.

Zack - und schon wieder eine Nummer abgezogen. Sebastian lernt schnell.

Zack - und schon wieder eine Nummer abgezogen. Sebastian lernt schnell.

"Die Verführungskünster"
20:15 Uhr, Eins Plus
DOKU Ach, manchmal beneide ich sie ja, diese kleinen Don Juan DeMarcos. Diese Typen, die abends ausgehen, so lässig selbstsicher herüberkommen, auf der Tanzfläche genau die richtige Mischung zwischen Sich-zum-Horst-machen und Testosteronschleuder finden und garantiert nicht alleine nach Hause gehen.

Wie geht das, frage ich mich dann? Angeborenes Talent? Oder kann man das tatsächlich lernen? Man kann. Sagen zumindest die so genannten Pick-Up-Artists, die Methoden zu kennen glauben, mit denen (fast) jede Frau herumzukriegen ist. Klingt ja erstmal ziemlich bescheuert - und doch faszinierend: Der Flirt wird auf eine Step-by-Step-Anleitung für Schüchterne herunter gebrochen. Drücke die richtigen Knöpfe, dann landest du im Bett. Bis zur nächsten. Die Eroberung wird zum ultimativen Spiel ausgerufen.

Johanna Bentz nähert sich der Szene in einer sehr persönlichen Dokumentation. Eine Gruppe junger Männer steht im Vordergrund, ihre Wandlung vom Schüchterling zu männlichen Femme fatales. Wie sie lernen, die Fußgängerzone als Jagdrevier zu nutzen, in der seltsamen Code-Sprache der Pick-Up-Artists zu reden und wie aus ihnen schließlich ein Teil dieses elitären Männerbundes wird. Glücklicherweise lässt Bentz den moralischen Zeigefinger in der Hosentasche und verfällt auch nicht der Versuchung, die Szene lächerlich zu machen oder gar bloß zu stellen. Stattdessen gelingt ihr ein eindrucksvolles Porträt der Männlichkeit im 21. Jahrhunderts, ihrer Ängste, Selbstzweifel und Hoffnungen.

Und bei mir bleibt vor allem Neugier zurück: Auf der einen Seite befremdet mich diese Art der Verführung - und gleichzeitig fasziniert sie mich. Vielleicht muss ich ja doch mal in so ein Buch hineinschauen. Soll mich mein innerer Romantiker doch höhnisch auslachen. Ich habe währenddessen Sex.

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor bei stern.de


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Brust oder Keule"
21.50 Uhr, 3Sat
KOMÖDIE im Thementag zum 100. Geburtstag von Louis de Funès. Hier haut die Komikerlegende einen Fast-Food-König in die Pfanne... Regisseur Claude Zidi lässt das Chaos langsam köcheln und dann volle Kanne überkochen. Für viele seiner Fans ist der Spaß von 1976 de Funès’ beste Rolle. (bis 23.30)

"Jo Nesbø’s Headhunters"
0.40 Uhr, ARD

THRILLER Obacht: In der Verfilmung des 2008 erschienenen Romans um Kunstdieb Roger (Aksel Hennie) wird dreckig krepiert. Kleine Männer, die an Minderwertigkeits komplexen leiden, sollten die Dunkelware aus Norwegen trotz schöner großer, nackter Frauen mit Vorsicht genießen. (bis 2.18)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo