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Stern Logo Der TV-Tipp des Tages

TV-Tipp 26.9.: "Switch Reloaded": Hoëcker, Sie sind ... wieder drin!

Ich hatte "Switch" schon abgeschrieben. Und dann, sieben Jahre nach der letzten Folge, gab es plötzlich neues Futter meiner Lieblings-TV-Parodie. Erinnerungen an eine Wiederentdeckung.

"Supertalente" sind sie alle bei "Switch": Bernhard Hoecker (l.) als Bruce Darnell, Max Giermann (m.) als Dieter Bohlen und Martina Hill (r.) als Sylvie van der Vaart

"Supertalente" sind sie alle bei "Switch": Bernhard Hoecker (l.) als Bruce Darnell, Max Giermann (m.) als Dieter Bohlen und Martina Hill (r.) als Sylvie van der Vaart

"Switch: reloaded"
23.25 Uhr, Sat.1
PARODIE Das Jahr 2000 war ein trauriges Jahr. Zumindest fernsehtechnisch. Zwei Jahre zuvor hatte ich mich von "RTL Samstag Nacht" trennen müssen, 1999 ging "TV Kaiser" in die ewigen Sendegründe ein und jetzt musste ich auch noch Abschied nehmen von "Switch", meiner absoluten Lieblings-TV-Parodie.

Während es die meisten Komödianten dabei beließen, ihre Stimme ein wenig zu verstellen, wenn sie einen Prominenten nachäffen wollten, ging man bei "Switch" äußerst perfektionistisch vor. Nadolny, Pätzold, Sharma, Müller, Nottmeier, Hoëcker, Kessler, Lamprecht und Frier konnte die Meisers, Moiks, Reich-Ranickis, Kerners und Flieges des deutschen Fernsehens so perfekt nachahmen, ihre Manierismen so auf den Punkt gebracht ins Absurde überziehen, dass es den Parodierten selbst schon gruselig wurde.

Die Jahre zogen ins Land, von meiner Erinnerung an "Switch" blieben einzelne Zitate ("Hoëcker, Sie sind raus!", "in Farbe und bunt!"), die ich gerne mal in ein Gespräch einstreute, aber mit der Zeit von immer weniger Leuten verstanden wurden. Bis ich 2007 in Erinnerung an die gute, alte Zeit ein wenig auf Youtube stöberte und plötzlich auf ein paar seltsame Clips stieß: "Switch Reloaded" war nicht etwa eine Wiederholung älterer Folgen unter neuem Namen, sondern etwas völlig Neues. Beziehungsweise war es etwas erfrischend Altes. Dasselbe Prinzip, fast alle Darsteller von damals wieder dabei, dieselbe Liebe zum Detail. Ich war begeistert.

Und kann Ihnen die Folgen heute Abend nur ans Herz legen, auch wenn Sat.1 derzeit nur Wiederholungen ausstrahlt und noch nicht klar ist, wie es weiter geht. Aber ich bin mir ganz sicher: Das letzte Wort in Sachen "Switch" ist noch nicht gesprochen - auch wenn zehn weitere Jahre vergehen müssen. Auf bald zu "Switch Re-Reloaded"!

Ein TV-Tipp von Jens Wiesner, freier Autor beim stern


Und das ist an diesem Tag noch sehenswert:

"Der Dämon in mir – The Woodsman"
22.35 Uhr, 3Sat


PSYCHODRAMA Der unauffällige Walter wird nach 12 Jahren Gefängnis wegen Kindesmissbrauch in die Freiheit entlassen. Er muss versuchen, seine Veranlagung in den Griff zu bekommen. Die Umstände machen es ihm schwer: Da ist der Kinderspielplatz vor der Tür, da sind seine skeptischen Kollegen, und da ist das kleine Mädchen, das ihm so gut gefällt… Weitab von den Gewaltszenarien, in denen Kevin Bacon derzeit in der US-Serie "The Following" durchs Düstere geht, verkörpert er hier einen Mann, der zwischen Vernunft und Versuchung verzweifelt. Bacons Spiel ist die Krönung eines Films, der das Tabuthema nüchtern angeht, ohne ihm die Brisanz zu nehmen. (bis 23.55)

"Irbo, der Imker"
22.50 Uhr, Arte


DOKUMENTARFILM Der kurdische Imker Ibrahim wurde aus seiner Heimat vertrieben. Im Schweizer Exil verrichtet er Hilfsarbeiten. Geblieben ist ihm seine Liebe zu den Bienen. „Weinen bringt nichts“, sagt Ibrahim, als er vom Tod eines weiteren Sohnes erfährt. Am Ende weint er doch. (bis 23.45)

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo