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TV-Kult trifft Mathe Mathematiker haben die wahre Hauptfigur von "Game of Thrones" errechnet

Game of Thrones
HBO hat bereits erste Fotos von der sechsten Staffel der TV-Serie "Game of Thrones" veröffentlicht. Tyrion Lannister (Peter Dinklage) ist auch wieder mit dabei.
© Helen Sloan/HBO
Zwei Amerikaner haben die Serie mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, um herauszufinden, welche Figur im Zentrum der Saga steht.

Keine Serie der letzten Jahre ist so radikal wie "Game of Thrones": Über einige Folgen wird eine Figur mühsam aufgebaut, der Zuseher lernt den Charakter kennen und dann lassen die Macher sie einfach sterben.

Natürlich wird unter Fans heiß diskutiert, wer nun die Hauptfigur der Serie ist. Ist es Jon Snow, der getötet wurde, um den es aber auch Gerüchte gibt, wonach er wieder auftauchen soll? Oder doch Tyrion Lannister oder Daenerys Targaryen? Da man diese Frage unendlich debattieren kann, haben sich zwei Mathematiker hingesetzt und mit wissenschaftlichen Methoden untersucht, wer denn nun tatsächlich im Zentrum der Saga steht. Andrew J. Beveridge, ein Associate Professor für Mathematik am Macalester College in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, hat gemeinsam mit seinem Studenten Jie Shan das dritte Buch der Reihe, "Schwertgewitter" (im Original: "A Storm of Swords"), netzwerkanalytisch untersucht.

Das ist das Ergebnis:

Die obige Grafik bildet alle Beziehungen im Buch ab; die Farbe steht für die jeweilige Kern-Gemeinschaft, die der Computer errechnete. Die Größe des Knotens und der Linie spiegelt seine Wichtigkeit und die der Beziehung zwischen den Charakteren wieder. Gezählt wurde, wie oft zwei Figuren innerhalb von 15 Wörtern vorkamen - das heißt, wenn sie etwa miteinander gesprochen haben oder anders miteinander verknüpft wurden.

"Das Netzwerk hat einige Erwartungen erfüllt", sagt Beveridge zum stern - etwa wenn es um Tyrion Lannister, John Snow und Daenerys Targaryen geht. "Von Sansa und Eddard waren wir aber überrascht."

Nachdem die Beziehungen aufgezeichnet wurden, wurde alles nach unterschiedlichen Charakteren gewichtet. Das zeigt diese Grafik:

In jeder Kategorie ganz oben steht Tyrion Lannister - er ist also tatsächlich die mathematische Hauptfigur der Serie.

Nach ihm kommen Jon Snow und Sansa Stark. Eine bedeutende Rolle spielt natürlich auch Daenerys; da sie aber abgelegen, auf dem Kontinent Essos, wirkt, beschneidet sie die Serie hier in ihrer Möglichkeit, mehr und stärkere Beziehungen aufzubauen.

Mehr zur Studie und zur Methodik kann man im Magazin Math Horizons als PDF oder auf der Website von Andrew J. Beveridge nachlesen. 

"Game of Thrones" fesselt also die Fans, Laien genauso wie Wissenschaftler. Trotzdem warten wir gespannt auf die nächste Staffel:

gos

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