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Neue HBO-Serie "Westworld" Dieser Matrix-Western wird das neue "Game of Thrones"

Westworld
"Westworld": Es sieht aus wie ein Western, aber es ist nicht real.
© HBO
Revolver statt Schwerter, Labore statt Drachen: Die Serie "Westworld" startet heute und entführt die Zuschauer in eine Westernwelt - aber sie ist nicht echt, sondern eine Simulation. Und die wird zum Alptraum.

Am 2. Oktober startet in den USA "Westworld" - die neue Super-Serie von HBO. Die Aufgabe ist denkbar einfach und denkbar schwierig zugleich: "Westworld" soll die Lücke füllen, die das Ende von "Game of Thrones" unweigerlich hinterlassen wird.

Worum geht es? HBO ist klar, dass man das Fantasy-Epos aus Westeros nicht mit einer Vorstadtkomödie ersetzen kann. An die Stelle der Vergangenheit rückt die Zukunft, die Rolle von Rittern und Drachen nehmen Westernhelden ein - allerdings sind sie Wesen in einer künstlichen Welt. Ob Androiden oder gar nur Simulationen, ist schwer zu entscheiden. Wie zu erwarten entwickelt die Westernwelt schnell ein bedrohliches Eigenleben. Die Idee von "Westworld" ist nicht ganz neu: In dem gleichnamigen Film von 1973 handelte es sich noch um einen von Robotern bevölkerten Vergnügungspark. Dort brach das Grauen aus, als Roboter-Revolverheld Yul Brunner keine Lust mehr hatte, sich von dicken Touristen zusammenschießen zu lassen.

Vielversprechende Trailer 

Die Trailer machen jedenfalls gespannt auf die Serie. Die künstliche Westernwelt zieht den Zuschauer sofort rein. Und obwohl der Wilde Westen schon an sich keine Puppenstube ist, verbreitet sich eine lauernde Bedrohung. Weil es vollkommen unberechenbar ist, welche Gefahren in dieser Matrix artigen Kunstwelt drohen könnten. "Hast du jemals die Art deiner Wirklichkeit hinterfragt", so lautet die große Frage von "Westworld". Es steht eine Rebellion derjenigen bevor, die geschaffen wurden, die Fantasien zahlender Kunden zu erfüllen. Irgendetwas ist grundfalsch - in der Westernwelt oder in der Welt der Labore und Computer, die die Westernillusion erst erschafft. Oder was, wenn beide Welten nicht wirklich sind? Die Frage bleibt: Wer und was ist wirklich echt? Cineasten werden nicht nur an den Film mit Yul Brunner erinnert, sondern an "Blade Runner" (1982) und an "Welt am Draht" (1973) von Rainer Werner Fassbinder denken. 

Hauptdarstellerin Evan Rachel Wood sagte: "Die Serie zeigt auch Wild-West-Action-Spaß, aber sie ist ein existenzielles Drama. Ein intellektueller Alptraum, wenn man bedenkt, dass diese Technologien gerade entwickelt werden. Es macht mir Angst." 

Scripten für fünf Jahre

Nach dem eher verhaltenen Erfolg der Serie "Vinyl" geht HBO bei "Westworld" aufs Ganze: Die Showrunner (so etwas wie verantwortliche Produzenten) der Serie , Jonathan Nolan und Lisa Joy, verrieten dem Entertainmentportal EW, dass die "Westworld"-Story für ganze fünf Staffeln entwickelt wurde. Die Dreharbeiten stockten Zeitweise, weil das Drehbuch noch nicht fertig war. Joy: "Die Serie ist kompliziert und anspruchsvoll. Wir brauchten die Zeit, um die Handlungsstränge wirklich zu entwickeln und die tieferen 'mythologischen Fragen' der Handlung zu erörtern." Drehen und dabei weiter schreiben - sonst eine gängige Methode - funktionierte hier nicht. "Es ging ja nicht nur um die ersten zehn Episoden. Es ging darum herauszufinden, was wir in den nächsten fünf bis sechs Jahren erzählen wollen," sagte "Westworld"-Schauspieler James Marsden.

Auch hier spürt man den Druck von "Game of Thrones". Die Romanreihe von George R. R. Martin lieferte bereits eine unglaubliche detaillierte Welt mit überaus komplexen Charakteren. Sie musste nur für das TV-Format zurechtgestutzt werden. Bei "Westworld" gibt es nur den Film von 1973 und den zugrunde liegenden Roman von Michael Crichton. Das ist genug Material für einen abendfüllenden Spielfilm, aber nicht für die 50 Episoden einer Serie. Dafür hat "Westworld" eine ungeheure Vorbereitung benötigt und konnte nicht mit einer "Von-der-Hand-in-den-Mund-Methode" gedreht werden, dann hätte dem Ganzen der epische Atem gefehlt. Marsden: "Diese Serie ist sehr anspruchsvoll. Sie ist gigantisch mit ihrem Dimensionen und Themenwelten - und einer riesigen Besetzung. Aber noch größer als der Aufwand muss das sein, was die Serie am Ende wirklich erzählen will." 

Die Serie wird zeitgleich auf Sky Go und Sky On Demand ausgestrahlt.

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