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TV-Format mit Staatschefs: Putin und Castro als Reality-Stars?

Erfolgsproduzent Mark Burnett möchte den russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Reality-Serie gewinnen, die Land und Leute aus persönlicher Sicht des Staatsoberhauptes betrachtet. Fidel Castro steht ebenfalls auf der Wunschliste. 

Von Andreas Renner, Los Angeles

Fidel Castro und Wladimir Putin sollen zu Reality-Stars werden

Fidel Castro (l.) und Wladimir Putin (r.) sollen zu Reality-Stars werden. Doch der Gesundheitszustand des Kubaners und der Inszenierungswahn des russischen Präsidenten könnten dem Projekt im Wege stehen (Archivbild 2000)

Der amerikanische TV-Produzent Mark Burnett ist erfolgsverwöhnt. Was er anpackt, wird zu Gold. TV-Formate wie "The Voice", "Shark Tank" oder "Sarah Palin’s Alaska" sind Quoten-Giganten. Burnett ist es gewohnt, dass er bekommt, was er sich in den Kopf setzt. Für seine neueste Vision erwartet er nicht weniger: eine Reality-Serie, in der Staatsoberhäupter ihr Land, die Menschen, die Natur ihrer Heimat aus der eigenen Sicht präsentieren. Starten soll das Projekt mit keinem geringeren als dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der hat, laut Burnett, bereits eine Anfrage auf dem Tisch. Ebenso wie Fidel Castro.

Mit Politik hat Mark Burnett nicht viel am Hut, er interessiert sich vielmehr für die Menschen hinter den politischen Fassaden. Blut geleckt hat Burnett, als er 2010 mit der einstigen Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin eine Reality-Serie über deren Privatleben in Alaska drehte, wo Palin einst Landeschefin war. Er zeigte sie beim Angeln von Lachsen, beim Schneeschuh-Laufen und Kuchen backen für die Kinder. Mehr als fünf Millionen Zuschauer schalteten ein – Burnett traf ins Schwarze. Beflügelt vom großen Zuspruch des Formates will Burnett nun den nächsten Schritt gehen und die Machthaber anderer Nationen dafür gewinnen, ihr Land und das eigene Leben durch die Linsen der Reality-Kameras beleuchten zu lassen.

Russlands Naturbursche

"Ich möchte keine Armee-Kasernen sehen, keine Kabinettsrunden. Ich möchte das jeweilige Land aus Sicht seines Staatsoberhauptes sehen. Als Kontrast zu den Berichten, die die Medien produzieren", sagt Burnett. Sein erster Wunschkandidat für das Format ist Wladimir Putin, gerade weil der weltweit so umstritten ist. Burnett möchte keine Propaganda, er will den echten, den privaten Putin vor die Kamera locken. Den Naturburschen, der gerne reitet, jagt, angelt. "Das ist ein Hirngespinst, Putin ist die personifizierte Propaganda, er würde jede einzelne Einstellung zu 150 Prozent manipulieren", sagt eine russische Journalistin.

Burnett lässt sich davon nicht abschrecken, er hat Putin bereits ein Konzept für seine Idee zukommen lassen. "Ich habe bislang noch jeden erreicht, den ich erreichen wollte", sagt Burnett auf die Frage, ob er glaubt, dass Putin seine Post tatsächlich liest. Ob Putin schon reagiert habe, beantwortet Burnett mit einem schlichten "Kein Kommentar". Der kubanische Ex-Präsident Fidel Castro steht ebenfalls auf Burnetts Wunschliste. Ob Angela Merkel auch schon eine Einladung bekommen hat, als Reality-Star im US-Fernsehen Karriere zu machen, ist nicht bekannt.
 

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