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Conrad Murray: Michael Jacksons Leibarzt wird angeklagt

Michael Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Ein Richter in Los Angeles befand, dass es genügend Hinweise gibt, die einen Prozess gegen den Mediziner rechtfertigen.

Der Arzt Conrad Murray muss sich wegen des Todes von Michael Jackson vor Gericht verantworten. Ein Gericht in Los Angeles entschied am Dienstag, dass genügend Beweise für eine Anklage Murrays wegen fahrlässiger Tötung des Popstars vorliegen. Der Gerichtsmediziner Christopher Rogers hatte Murray zuvor weiter belastet, als er ihm eine schlechte medizinische Betreuung des 50-jährigen Popmusikers vorwarf. Murray solle am 25. Januar offiziell angeklagt werden, sagte der zuständige Richter Michael Pastor.

Nach Angaben von Rogers war Jackson vor seinem Tod am 25. Juni 2009 durch eine Überdosis des Narkosemittels Propofol in allgemein guter gesundheitlicher Verfassung. Der Gerichtsmediziner wiederholte bei der Zeugenaussage am Dienstag seine bereits nach dem Tod Jacksons geäußerte Einschätzung, wonach sich Murray durch die schlechte medizinische Behandlung Jacksons der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht habe.

Er hätte Propofol als Einschlafhilfe nicht zulassen dürfen

Murray hätte die Verwendung von Propofol als Einschlafhilfe nicht zulassen dürfen, sagte der Chefarzt des gerichtsmedizinischen Instituts von Los Angeles. Murray hatte zugegeben, Jackson das sonst nur bei Operationen verwendete Narkosemittel verabreicht zu haben, bestand aber darauf, dass dies auf den ausdrücklichen Wunsch des Musikers geschehen sei, und die verabreichte Menge nicht zum Tod führen konnte.

Rogers kritisierte jedoch, dass Murray seinen Patienten nach Verwendung von Propofol auf keinen Fall hätte allein lassen dürfen. Unter Narkose könne sehr schnell Schlimmes passieren, sagte Rogers. Am Montag hatte ein Apotheker aus Las Vegas ausgesagt, Murray habe in den Wochen vor dem Tod Jacksons große Mengen Propofol bestellt. Sollte Murray verurteilt werden, drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft und der Verlust seiner ärztlichen Zulassung.

zen/AFP / AFP