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Diana & Charles: Die nicht-versilberte Traumhochzeit

25 Jahre ist es her, dass der Prinz von Wales die junge Diana Spencer zur Frau nahm. Was als Jahrhunderthochzeit galt, entpuppte sich als arrangierte Ehe, die es nicht bis zur Silberhochzeit geschafft hat. Denn Diana war nur das fünfte Rad am Wagen.

Von Monique Berends

Kein erneuertes Ehegelübde, keine adelige Feier, keine internationalen Glückwünsche. Charles und Diana wären am 29. Juli dieses Jahres 25 Jahre verheiratet gewesen, doch die Silberhochzeit haben sie nicht erreicht. Das Traumpaar, dessen Ehe wohl eher einem Horrortrip als einer Love Story glich, ließ sich am 28. August 1996 nach 15-jähriger Ehe scheiden. Nur ein Jahr später starb die Prinzessin bei einem Autounfall.

Ihre Schüchternheit passte so gar nicht zu ihrem pompösen Namen: Diana Francis Mountbatten-Windsor wurde zwar durch ihre Hochzeit mit Charles in den Hochadel gehoben, doch während ihrer gesamten Ehe wollte sie immer nur als eine normale Person empfunden und vor allem so behandelt werden. Schon vor ihrer Ehe mit Charles hatte sie sich für ein bürgerliches Leben entschieden: Diana Spencer war zwar in eine adelige Familie geboren worden, doch ihre Arbeit als Kindergärtnerin bewies ihre Bodenständigkeit. Als Scheidungskind war sie nicht auf der Suche nach Ruhm, sondern nach Liebe und einer glücklichen Familie. Mit der Wahl ihres Ehemannes hat sie dies jedoch selbst verhindert, denn ihr Traumprinz entpuppte sich als Frosch.

Der Traum war eine Farce

Kronprinz Charles von England war ganze 13 Jahre älter als er die naive 20jährige zur Frau nahm. Anders kann man die Diana von damals nicht beschreiben. Als sie bereits mit Charles ausging, brachten sie ihre Zutraulichkeit und Naivität immer wieder in Verlegenheit: Unvergessen sind die Bilder, die Dianas Beine in einem durchsichtigen Sommerrock zeigen.

Ob Diana wusste, worauf sie sich einließ, als sie an einem warmen Sommertag im Juli 1981 in der St. Paul's Cathedral dem Thronfolger das Jawort gab? Sie heiratete einen Prinzen, wurde aufgenommen in eines der ältesten Adelshäuser der Welt. Für die 750 Millionen Zuschauer, die die Hochzeit am Bildschirm verfolgten, sah es so aus als läge dieser Frau die Welt zu Füßen. Ein vermeintlich traumhaftes Leben nahm seinen Anfang. Doch der Traum war keiner. Diana gestand zehn Jahre später in einem Interview, ihr Hochzeitstag sei der schrecklichste Tag in ihrem Leben gewesen und das, obwohl sie den Mann heiratete, den sie liebte.

Sie sah wunderbar aus an diesem Tag. Das Kleid mit der fast acht Meter langen Schleppe war für eine Prinzessin gemacht. Elizabeth und David Emanuel hatten den Traum aus Seide und Spitze im Wert von damals 25.000 DM designt. Doch im Gegensatz zu dem 85.000 DM teuren Verlobungsring war das gar nichts. Diana sollte in ihrer späteren Ehe lernen, dass das Vermögen einer Fürstin von Wales, wie ihr offizieller Titel lautete, keine Garantie für ein glückliches Leben war.

Charles erwartete Diana am Altar in seiner Gala-Marineuniform. Er machte in diesem Augenblick einen sehr glücklichen Eindruck und auch Diana sah man an, dass sie diesen Mann heiraten wollte. Doch obwohl er Diana scheinbar liebte, hatte er nicht auf die Manschettenknöpfe verzichten wollen, die Camilla ihm als Zeichen der Freundschaft geschenkt hatte. Zwei verschlungene C's machten deutlich, dass die Beziehung zwischen Camilla und Charles eine ganz besondere war.

Ehe zu dritt

Diese Besonderheit erreichten Charles und Diana nie. Es war nicht die richtige Entscheidung zu heiraten, denn Charles war schon seit langem in Camilla verliebt. Doch er durfte seine große Liebe nicht heiraten. Stattdessen ging er eine Romanze mit der jungen Diana Spencer ein, die dem Thronfolgers eine geeignete Gattin werden sollte. Geeigneter als Camilla. Spätestens als Diana Charles zwei Söhne und dem Land zwei Thronfolger schenkte, war das Bild perfekt.

Kronprinz William kam 1982 zur Welt, zwei Jahre später folgte sein Bruder Henry, genannt Harry. Diana liebte ihre Söhne sehr, sie ging vollkommen in der Mutterrolle auf und auch Charles sah man seinen Vaterstolz deutlich an. Und doch konnte diese eigentlich ideale Kulisse nicht über die eigentlichen Wünsche der Ehepartner hinwegtäuschen.

Charles sehnte sich nach seiner eigentlichen Liebe, Camilla. Ihm war klar, dass sie viel besser zu ihm passte - sie liebt die Natur, reitet und jagt für ihr Leben gern und scheut das Leben in der Öffentlichkeit. Es dauerte nicht lange, bis die beiden eine heimliche Affäre eingingen.

Diana, unglücklich über ihre Ehe und das Königshaus, das viele ihrer Entscheidungen kritisierte, suchte sich ihre eigene Ablenkung. Sehr zum Missfallen der Queen scheute sie sich nicht davor, Aidskranke zu besuchen und ihnen mit ihren freundlichen Händen und Umarmungen Trost zu spenden. Sie setzte sich für Minenopfer ein und kümmerte sich in zahlreichen Wohltätigkeitsorganisationen vor allem um das Wohl der Kinder dieser Welt. Durch ihre karitativen Tätigkeiten wurde sie schon bald zur "Königin der Herzen" - nicht nur die englische Bevölkerung liebte sie.

The show must go on

Doch ihre Bemühungen, das Leben anderer zu verbessern, machte ihr eigenes Leben nicht glücklicher. Auf der Suche nach der Liebe, die sie von Charles nicht bekam, ging auch Diana eine außereheliche Liaison ein. Sie stürzte sich in eine Affäre mit dem Reitlehrer James Hewitt. Allerdings wurde Diana auch von diesem Mann enttäuscht, als er einige Jahre nach der Beziehung ihre größten Geheimnise ausplauderte.

Charles und Dianas Verhältnis kühlte zunehmend ab und während mehrerer Staatsbesuche, unter anderem in Kanada und Indien, wurde deutlich, dass die beiden sich nichts mehr zu sagen hatten.

Das Paar trennte sich nach zehnjähriger Ehe, von der Diana sagte sie sei eine Ehe zu dritt gewesen: Charles, Diana und im Hintergrund Camilla. Dennoch kam eine Scheidung für Diana nicht in Frage. Sie wollte ihren Kindern nicht dasselbe antun, wie ihre Eltern es ihr angetan hatten. Auch die Queen bestand darauf, dass die beiden verheiratet blieben und sei es nur, um den Schein zu wahren. Fast vier Jahre spielten Charles und Diana das Spiel weiter, bevor er genug hatte und die Scheidung verlangte.

Immer öffentlicher trugen die beiden ihren Rosenkrieg aus: Sowohl Diana als auch Charles plauderten in Interviews Details über ihre ehelichen Probleme und außerehelichen Beziehungen aus, die Presse labte sich an abgehörten Telefongesprächen zwischen Charles und Camilla, in denen er sagte, er wolle ihr Tampon sein. Diana wurde in der Öffentlichkeit bloß gestellt, als man herausfand, dass sie von einem vermeintlichen Liebhaber "Tintenfischchen" genannt worden war und Angst vor einer außerehelichen Schwangerschaft gehabt hatte. Die Situation war untragbar und schließlich gab die Queen nach. Am 28. August 1996 wurde die Scheidung rechtskräftig. Dianas Traum von ewiger Liebe war geplatzt. So schön das Märchen auch begonnen hatte, so schmucklos nahm es ein Ende. Diana und Charles hätten am 29. Juli ihre Silberhochzeit feiern können. Doch ob die beiden darüber glücklich gewesen wären, lässt sich bezweifeln.