Jackson-Prozess "Michaels Hand in der Unterhose meines Bruders"


Im Kindesmissbrauchsprozess gegen Michael Jackson hat der Bruder des angeblichen Opfers den Pop-Star erneut schwer belastet. Allerdings verwickelte sich der 14-jährige Zeuge auch in Widersprüche.

Michael Jackson habe ihm und seinem Bruder Wein in Limonaden-Dosen verabreicht und pornografische Seiten im Internet gezeigt, sagte der jüngere Bruder des Klägers vor Gericht in Santa Barbara. Ein Bild weiblicher Brüste habe der Popstar mit der Bemerkung kommentiert: "Milch bekommen?".

Das sei aber nicht das erste Mal gewesen, dass der Popstar den beiden die Internet-Seiten gezeigt habe. Schon bei ihrem ersten Besuch hätten sich die Brüder einige der Porno-Seiten im Schlafzimmer Jacksons angesehen, so der heute 14-jährige. Dabei seien sie nicht allein gewesen. Ein Assistent Jackson sei dabei gewesen und die beiden kleinen Kinder des 46-jährigen Sängers, hätten auf dem Bett geschlafen. Jackson habe dabei seinem schlafenden Sohn eine vulgäre Bemerkung ins Ohr geflüstert: "Dir fehlen zwei ..."

Jackson habe den Bruder unsittlich berührt

Doch die Anschuldigungen des Bruders gingen noch weiter. Er habe beobachtet, wie sein heute 15 Jahre alter Bruder im Frühjahr 2003 von Jackson unsittlich berührt worden sei. "Ich sah Michaels linke Hand in der Unterhose meines Bruders und die rechte Hand in Michaels Unterwäsche", zitierte die "Los Angeles Times" den Jungen. Zudem beschrieb er zwei Vorfälle, bei denen der Popstar den schlafenden Bruder im Schlafzimmer seiner Neverland Ranch sexuell belästigt habe. "Michael sagte uns, wir sollten niemanden erzählen, was wir getan haben", so der jugendliche Zeuge.

Allerdings gab der Junge auch widersprüchliche Antworten. Unklar blieb etwa, wann genau sich die geschilderten Szenen abgespielt haben sollen. Die Verteidigung hatte die Jungen in der vergangenen Woche als ungezogene Hausgäste dargestellt, die sich heimlich in Jacksons Weinkeller bedienten und ohne dessen Erlaubnis seine Sex- Zeitschriften aufspürten und durchblätterten.

Tonbandaufnahmen erschüttern Glaubwürdigkeit

Vor der Aussage des 14-Jährigen hatte Jackson-Anwalt Thomas Mesereau den Geschworenen ein Tonband vorgespielt, in dem die Mutter und die Schwester des mutmaßlichen Opfers den Popstar als Vaterfigur lobten, der sich der herumgestoßenen Familie angenommen habe.

Damals habe sie den "King of Pop" noch gemocht und sich "an irgendetwas geklammert", erklärte die 18-Jährige Schwester zu dem Tonband, das ein Privatdetektiv im Auftrag eines früheren Anwalts von Jackson vor zwei Jahren aufnahm. Sie sei 16 Jahre von ihrem Vater missbraucht worden und habe gar nicht gewusst, was ein Vater sei, sagte die junge Frau vor Gericht.

Die Mutter erklärte auf dem Tonband: "Wir wurden vernachlässigt, zurückgestoßen, auf uns wurde gespuckt." Alles habe sich mit Jackson geändert. „Er sagte: ’Ihr bedeutet mir etwas’. Er hat uns nie zurückgelassen." Sie habe das Gefühl, dass ihre Kinder auf der Neverland Ranch von Jackson sicher seien.

AP/Reuters AP Reuters

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