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Jackson-Prozess: Cousin entlastet Jackson

Ein Cousin von Michael Jackson sagte im Missbrauchsprozess aus. Jacksons Beschuldiger soll mit seinem jüngeren Bruder heimlich einen Pornosender geschaut haben - in Abwesenheit des Sängers.

Verwandte von Michael Jackson haben dem mutmaßlichen Opfer des Sängers Diebstahl und weiteres Fehlverhalten vorgeworfen. Der Junge, der Jackson sexuellen Missbrauch vorwirft, habe während eines Besuchs auf der Neverland Ranch vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Bruder heimlich einen Pornosender geschaut und dabei onaniert, sagte Jacksons zwölfjähriger Cousin, Rijo Jackson, am Mittwoch. Er habe die beiden auch Wein und Geld stehlen sehen. Ähnlich hatte sich zuvor die vier Jahre ältere Schwester des Zwölfjährigen geäußert.

Heimlich Wein getrunken

Den Wein hätten die Brüder an sich genommen, als Jackson gerade im Bad war und ein Angestellter eine Flasche in sein Zimmer brachte, sagte der Cousin. Als er die Flasche das nächste Mal gesehen habe, sei sie angebrochen gewesen. Die Anklage beschuldigt Jackson, seinem mutmaßlichen Opfer Wein gegeben und es damit gefügig gemacht zu haben.

Das angebliche Jackson-Opfer hatte sich selbst vor einigen Wochen im Zeugenstand als sexuell unerfahren dargestellt. Nur im Beisammensein mit Jackson sei es zu intimen Handlungen gekommen, sagte der Junge. Neben sexuellem Missbrauch wirft die Anklage dem 46-jährigen Sänger vor, dem Jungen Alkohol gegeben zu haben. Auch habe er die Familie gegen deren Willen auf seinem Neverland-Anwesen festgehalten.

Der Cousin sagte weiter aus, er habe gesehen, wie die Besucher mehrere Schubladen durchwühlten und Geld herausnahmen. Er selbst habe an diesem Abend in Jacksons Bett übernachtet. Auf Nachfrage des Staatsanwalts bestätigte der Zwölfjährige, dass er dies öfter getan habe.

Schon damals habe es Erpressungsversuche gegeben

Neben Jacksons Verwandten trat die Schauspielerin Vernee Watson Johnson in den Zeugenstand, die vor fünf Jahren von der Familie des damals krebskranken Hauptbelastungszeugen um Hilfe gebeten worden war. Die Verteidigung versucht zu beweisen, dass die Familie damals schon hinter dem Geld von Prominenten her gewesen sei und nun Jackson zu erpressen versuche. Johnson erklärte, die Mutter des Jungen habe sie gebeten, Spenden zur Behandlung seiner Krankheit einzutreiben. Ein Sonderkonto habe die Frau dafür aber nicht einrichten wollen, vielmehr habe sie erklärt, die Spenden sollten auf ihr eigenes Konto fließen. Johnson sagte, sie habe der Sache daraufhin nicht mehr getraut und ihre Unterstützung beendet.

Als erstes Jackson-Familienmitglied war am Dienstag eine Cousine des Popstars in den Zeugenstand getreten. Sie habe im März 2003 den heute 15-jährigen Kläger und dessen jüngeren Bruder dabei erwischt, wie sie nachts aus der Küche des Neverland-Anwesens eine Flasche Wein entwendeten, sagte die 16-jährige Simone Jackson. Auch andere Zeugen hatten zuvor die Jungen als heimliche Trinker und kleine Diebe beschrieben, die sich ohne Jacksons Wissen in dessen Weinkeller einschlichen.

AP/DPA / AP / DPA
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