Jackson-Prozess Früherer Kläger belastet den King of Pop

Um die Glaubwürdigkeit der aktuellen Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson zu untermauern, wird der Popstar auch mit älteren Anschuldigungen konfrontiert: Ein heute 24-jähriger Mann schilderte teils unter Tränen, dass er drei Mal von Jackson unsittlich berührt worden sei.

Der Sohn eines früheren Mitarbeiters von Michael Jackson hat vor Gericht ausgesagt, der Popstar habe ihn vor 15 Jahren an den Genitalien berührt. Jackson habe ihn gekitzelt und ihm dabei von unten in die Shorts gefasst, sagte der heute 24-jährige Zeuge am Montag dem Gericht in Santa Maria, das in einem anderen Fall gegen Jackson verhandelt. Die Familie des Jungen soll 1994 von Jackson eine Abfindung von über 2 Millionen Dollar erhalten haben. Das angebliche Missbrauchopfers hatte aber keine Klage gegen den Sänger eingereicht. Die Staatsanwaltschaft hatte den Zeugen vorgeladen, um die Glaubwürdigkeit der aktuellen Kindesmissbrauchsvorwürfe gegen den Sänger zu untermauern.

Seine Aussage am Montag trug der Zeuge zögernd und stockend vor. Er habe psychologische Beratung gebraucht, um über den Vorfall hinwegzukommen, sagte der 24-Jährige. Nach seiner Erinnerung habe die Berührung zwei bis drei Minuten gedauert, und er habe sich damals gesagt:"Ich sollte wohl besser gehen." In zwei früheren Fällen habe Jackson beim Kitzeln über der Hose seinen Genitalbereich berührt, damals sei er aber erst sieben Jahre alt gewesen und habe nicht gewusst, was er davon halten sollte.

Zuvor hatte der ehemalige Hausmeister von Jacksons Neverland Ranch dem Gericht berichtet, er habe im Jahr 2003 drei Jugendliche beobachtet, die frühmorgens betrunken aus dem Weinkeller des Anwesens gekommen seien. Jackson sei mit ihnen dort gewesen. Der Popstar ist angeklagt, Anfang 2003 einen 13-Jährigen mit Wein gefügig gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben.

In dem laufenden Verfahren ist Jackson angeklagt, einen heute 15-jährigen Jungen im Februar und März 2003 mindestens zwei Mal auf seiner "Neverland"-Ranch missbraucht zu haben. Ihm drohen 20 Jahre Haft, sollte er in allen zehn Punkten der Anklage schuldig gesprochen werden.

Staatsanwalt Tom Sneddon hatte in der vorigen Wochen von Richter Rodney Melville grünes Licht erhalten, den Popstar mit alten Missbrauchsvorwürfe zu konfrontieren. Dabei will die Anklage angeblich fünf Fälle vor der Jury schildern und neun Zeugen befragen, darunter auch die Mutter eines jungen Manns aus Los Angeles, der 1993 als damals 13-Jähriger von Jackson verführt und anschließend mit einer Millionen-Zahlung zum Schweigen gebracht worden sein soll.

DPA/AP AP DPA

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