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Jackson-Prozess: Jackson von Mitarbeitern betrogen

Im Missbrauchsprozess gegen Michael Jackson verschieben sich die Rollen. Ein Zeuge sagte jetzt aus, dass der Popstar selbst ein Opfer sei: Alle wollten offenbar nur von ihm profitieren.

Popstar Michael Jackson wurde nach der Aussage eines Zeugen von seinen Mitarbeitern um fast eine Million Dollar betrogen. David LeGrand, ein Anwalt aus Las Vegas, sagte vor Gericht, dass zwei Angestellte auf der Neverland-Ranch Zugriff auf Jacksons Konten hatten und dies womöglich ausnutzten. LeGrand sei auf die Neverland-Ranch gerufen worden, um Ordnung in Jacksons Finanzen zu bringen. Dabei sei er auf Unregelmäßigkeiten gestoßen. "Es schien, als wollte jeder auf die eine oder andere Art von Michael Jackson profitieren. Ich habe jeden verdächtigt", sagte LeGrand. Von Jacksons Mitarbeiter Ronald Konitzer habe er etwa in einem Brief Informationen über den Verbleib von 965.000 Dollar gefordert. Kurz danach sei er entlassen worden.

Im Prozess gegen Jackson wirft die Staatsanwaltschaft dem Sänger vor, die Familie eines mutmaßlich missbrauchten Jungen auf Neverland festgehalten zu haben, um entlastende Interviews mit ihr zu drehen. Die Aussage LeGrands könnte Michael Jackson entlasten. So machte der Anwalt auch Angaben über die Mutter des angeblichen Opfers.

Anwalt entlastet Jackson

LeGrand sagte, dass er die Mutter auf Neverland getroffen habe. Sie habe zufrieden gewirkt und gesagt, ihre Kinder hätten viel Spaß. LeGrand erklärte auch, dass Jackson über die Fernsehdokumentation besorgt gewesen sei und das nicht wegen möglicher Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen ihn. "Er wollte die Bilder seiner Kinder unkenntlich machen, bevor der Film gesendet wurde", so LeGrand. Die Dokumentation hatt der Jounalist Martin Bashir 2003 unter dem Titel "Living With Michael Jackson" gedreht. In dem Film ist auch der Junge zu sehen, der nun den Popstar des Missbrauchs beschuldigt.

Jackson war nach der Ausstrahlung der Fernsehdokumentation in die Kritik geraten, weil er erklärt hatte, er schlafe mit Kindern in einem Bett. Doch bisher unveröffentliches Material lässt die Dokumentation jetzt in einem anderen Licht erscheinen. Den Geschworenen in Santa Monica wurde heute Ausschnitte gezeigt in denen Bashir Jackson als guten Vater lobte. "Ihre Beziehung zu Kindern ist spektakulär", sagte der TV-Journalist. "Mir kamen fast die Tränen."

Zeuge widerspricht Familie des Anklägers

Die Verteidigung bemühte sich unterdessen, einen nicht angeklagten Mitarbeiter Jacksons als Zeugen zu hören, der die Familie des möglicherweise missbrauchten Jungen auf der Ranch festgehalten haben soll. Die Anwälte Jacksons erklärten dem Gericht schriftlich, die Staatsanwaltschaft wolle Vincent Amen nicht mehr als Zeugen hören, weil er der Familie des Jungen widerspreche. Amen ist einer von fünf Mitarbeitern Jacksons, die die Familie auf der Ranch bedrängt haben sollen.

DPA / DPA
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