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Jury-Auswahl: Jackson-Prozess geht in die "heiße" Phase

Die Geschworenen-Auswahl im Missbrauchsprozess um Michael Jackson geht in die nächste Runde. Die Kandidaten werden jetzt von Staatsanwaltschaft und Verteidigung über den Fall befragt.

Mit der direkten Befragung von möglichen Geschworenen ist die Juryauswahl im Missbrauchprozess gegen Michael Jackson am Montag in die "heiße" Phase gegangen. Nach einer einwöchigen Verzögerung mussten sich der Popstar und ein Teil der knapp 250 Jury-Kandidaten wieder im Gericht der kalifornischen Kleinstadt Santa Maria einfinden. Wegen eines Todesfalles in der Familie von Jacksons Anwalt Thomas Mesereau hatte Richter Rodney Melville die Befragung der Jury-Kandidaten in der vorigen Woche verschoben.

In den kommenden Wochen sollen aus dem Jury-Pool zwölf Geschworene und acht Ersatzkandidaten für den bis zu sechs Monate dauernden Prozess ausgewählt werden. Dazu werden die Kandidaten von Richter Melville, Jacksons Verteidigung und der Staatsanwaltschaft im Beisein des Angeklagten einzeln über ihre Kenntnisse des Falls, ihre Motive und Eignung als Juroren befragt.

Beide Seiten müssten sehr vorsichtig sein, sagte Beth Bonora, eine Expertin für die Auswahl von Geschworenen, der "Los Angeles Times". "Vielleicht befindet sich ein großer Fan des Sängers unter den Kandidaten, der Jackson unbedingt freisprechen möchte. Die Verteidigung wiederum muss auf voreingenommene Leute achten, die Jackson als so seltsam ansehen, dass sie ihn für schuldig halten."

Fragebögen für Geschworene

Die potenziellen Geschworenen hatten bereits zu Prozessbeginn Fragebögen ausgefüllt. Darin mussten sie unter anderem ihre Einstellung zu Menschen anderer Hautfarbe erläutern. Aus den Antworten ging hervor, dass sich mehr als die Hälfte schon vorab mit dem Fall beschäftigt hatte. Ein Befragter gab an, dass sein Onkel mit Jackson befreundet sei. Andere verwiesen auf Freunde, die Jacksons Neverland Ranch besucht hätten oder dort arbeiten würden. Die meisten erklärten, sie hätten durch die Medien von dem Fall gehört. Dem Popstar wird der sexuelle Missbrauch eines 13-jährigen Jungen im Jahr 2003 vorgeworfen. Er soll ihn durch Alkohol gefügig gemacht haben.

Richter Rodney Melville hat eine ungewöhnlich strikte Geheimhaltung im Jackson-Prozess vorgeschrieben, damit potenzielle Juroren nicht vorab durch Informationen beeinflusst werden können. Die Jury-Kandidaten wurden von Melville angewiesen, Zeitungs- und Fernsehberichte über den Fall zu ignorieren und nicht über den Prozess zu reden.

DPA / DPA