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Kein Star zum Anfassen: Johnny Depps Leibwächter schlagen zu

Die Weihnachtszeit geht nicht gut los für Johnny Depp: Die Bodyguards von "Captain Jack Sparrow" sollen bei einem Konzert eine behinderte Frau verletzt haben. Und ein neuer Song des Hobbymusikers treibt die christliche Allianz in den USA auf die Barrikaden.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eigentlich sollte es für alle Beteiligten bloß ein angenehmer Konzertabend werden - dann kam alles ganz anders. Johnny Depp, 48, wollte seinem alten Kumpel Iggy Pop beim Konzert im Palladium in Los Angeles lauschen.

Zusammen mit ein paar Freunden hatte er sich eigens für das Konzert in eine VIP-Box eingemietet. Vier baumlange Bodyguards als Wachposten inbegriffen.

Die von US-Medien als "behindert" beschriebene Roby Ecker hatte eine ähnliche Idee. Und wie es der Zufall so wollte, bekam die Frau aus Los Angeles die Box direkt neben Depp zugeteilt.

Als sie beim ausführlichen Tanzen wohl aus Versehen ein bisschen zu nah an den Depp-Tross geraten sein soll, hätten zwei der wuchtigen Depp-Wächter sie an den Handgelenken gegriffen und brutal zu Boden gerissen, heißt es nach Augenzeugenberichten.

Mutmaßliches Opfer erstattet Anzeige

Die 52-jährige Frau wurde dabei angeblich so schwer verletzt, dass sie nach dem Angriff der Bodyguards in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Das Konzert - ihr Ticket hatte 600 Dollar gekostet - konnte sie nicht bis zu Ende genießen. Depp hingegen soll bis zu den Zugaben geblieben sein.

Jetzt hat Ecker Anzeige gegen die Depp-Sicherheitskräfte bei der Polizei eingereicht. Das Management des Schauspielers hat sich bisher noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

Kirche vs. Johnny Depp

Es ist nicht der einzige vorweihnachtliche Ärger, mit dem sich der Hollywood-Superstar dieser Tage auseinandersetzen muss. Unlängst nahm Hobbymusiker Depp einen neuen Song auf, der für reichlich Wirbel sorgt.

"Jesus Stag Night Club" ist ein Weihnachtslied, das einen christusähnlichen Charakter beschreibt, der sich in Strip-Clubs herumtreibt und sich mit Tänzerinnen vergnügt.

Mit Zeilen wie "I was hanging naked of a church spire, felt like I was Jesus on fire" (Ich hing nackt an einem Kirchturm, fühlte mich wie ein brennender Jesus) hat Depp die christiliche Allianz in Amerika gegen sich aufgebracht.

"Es macht uns krank, wie sich Mr. Depp aufführt", sagt die religiöse Organisation "Focus on Family". In dem Statement heißt es weiter: "Es ist wie ein Schlag ins Gesicht für alle Christen auf der Welt."

Und Lee Douglas, der Sprecher der Christian Coalition, geht sogar noch einen Schritt weiter: "Mr. Depp wird für diese Aufzeichnung in der Hölle schmoren."

Depp hält sich bedeckt

Auch zu dieser Kritik hat sich Depp noch nicht geäußert. Vielleicht auch, weil er Angriffe und auch juristischen Ärger gewohnt ist. 1994 wurde er für die Verwüstung eines Hotelzimmers in New York angezeigt. Und nach einer handfesten Auseinandersetzung mit einem Fotografen in London wurde Depp im selben Jahr später sogar kurzfristig festgenommen.

  • Frank Siering