Las Vegas Nicht jede Nacht ist Hochzeitsnacht


In Las Vegas konnten Paare bisher rund um die Uhr heiraten. Doch damit ist jetzt Schluss, denn das Standesamt will Verwaltungskosten sparen. Das ist vielleicht auch besser so für Hals-über-Kopf-Heirater.

Spontane Eheschließungen nach Mitternacht sind in der für Blitzehen berühmten Casino-Stadt Las Vegas (US-Staat Nevada) bald nicht mehr möglich. Wie die Zeitung "Las Vegas Review Journal" berichtete, ist das zuständige Standesamt ab nächster Woche nicht mehr rund um die Uhr geöffnet. Die Stadtverwaltung hat beschlossen, den nächtlichen Schalterdienst für Eheschließungen künftig nur noch von Freitag bis Sonntag anzubieten. Von Montag bis Donnerstag kann nur noch in der Zeit von acht Uhr früh bis Mitternacht geheiratet werden.

Bisher konnten Heiratswillige auch nach Mitternacht noch die nötigen Papiere für das Ja-Wort auf dem Amt abholen und gleich zu nächtlicher Stunde in einer der vielen Wedding-Chapels in Las Vegas heiraten.

Nachdenken erfordert

Die Verwaltung des Standesamts hat ausgerechnet, dass die kürzeren Schalterzeiten weniger als vier Prozent aller Heiraten betreffen. Zugleich verspricht sich die Behörde davon Einsparungen von 200.000 Dollar (156.000 Euro) im Jahr. Heiraten zu jeder Tages- und Nachtzeit seien damit nicht mehr möglich, sagt die Angestellte Shirley Parraguirre. "Sie können nicht mehr einfach um 3.05 Uhr herbei eilen und um 3.10 Uhr verheiratet sein. Sie müssen jetzt halt ein bisschen nachdenken."

Die Sparmaßnahmen haben auch einen pädagogischen Vorteil. Die Statistiken zeigen: Von den Prominenten, die zuletzt nachts in Las Vegas geheiratet haben, bestehen viele Ehen inzwischen nicht mehr. Das gilt für Demi Moore und Bruce Willis ebenso wie für Britney Spears, deren nachts in Las Vegas geschlossene Ehe mit Jason Alexander schon 55 Stunden später wieder aufgehoben wurde. Von nun an geben sich vielleicht mehr Paare weniger überstürzt bei Tageslicht das Ja-Wort.

AP/DPA AP DPA

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