Malawi Vater von Madonnas Adoptivkind fühlt sich betrogen


In der Saga um die Adoption eines kleinen malawischen Jungen durch Popstar Madonna ist es zu einer überraschenden Wende gekommen. Zur Adoption habe er David nie freigeben wollen, behauptet nun der Vater des Jungen.

Wie der Vater des Einjährigen jetzt berichtete, hatte er nie die Absicht, seinen Sohn zur Adoption frei zu geben. Es sei lediglich verabredet gewesen, dass Madonna das Kind an seiner Stelle aufziehe, sagte Yohane Banda in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Hätte man uns gesagt, dass Madonna meinen Sohn adoptieren und zu ihrem eigenen Sohn machen will, dann hätten wir nicht zugestimmt", sagte er in seinem Heimatdorf Lipunga am Wochenende. "Es wäre besser für ihn gewesen, wenn er im Waisenhaus geblieben wäre. Ich sehen keinen Grund, warum ich ihn für immer abgeben soll, wenn ich ihn ernähren kann."

Der 13-monatige David hatte vor wenigen Tagen sein Heimatland verlassen und wurde auf Madonnas Anwesen bei London gebracht. Der Popstar erhielt für die Adoption eine Sondergenehmigung der malawischen Behörden. Banda zufolge hat er Papiere unterzeichnet, ohne sie zu verstehen, da er nicht lesen könne. Regierungsvertreter hätten ihm aber versichert, dass sich mit der Vereinbarung nicht viel verändere: Sein Sohn würde wie im Waisenhaus aufgezogen, aber ihm nicht ganz weggenommen. Banda wartet eigenen Angaben zufolge noch darauf, dass ihm die Behörden eine Kopie der Vereinbarung aushändigen.

Die malawischen Behörden wollen nach 18 Monaten endgültig entscheiden, ob David bei Madonna bleiben kann oder zurück in seine Heimat reisen muss. Ausländer dürfen in Malawi üblicherweise keine Kinder adoptieren. Kinderhilfsorganisationen in Malawi bezweifeln, dass bei der Adoption des kleinen David alle Gesetze eingehalten wurden und haben eine gerichtliche Überprüfung beantragt. In Malawi gibt es unter anderem die Auflage, dass Adoptiveltern ein Jahr lang im Land leben müssen. Zudem warfen sie Madonna vor, mit der Adoption eines afrikanischen Jungen den Kinderhandel zu fördern.

Reuters/AP AP Reuters

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