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Michael Jackson: Neue Vorwürfe gegen den "King of Pop"

US-Popstar Michael Jackson muss sich erst Anfang 2005 wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten. Bei einer Anhörung folgte das Gericht damit einem Antrag Jacksons. Gleichzeitig wurden neue Vorwürfe erhoben.

US-Popstar Michael Jackson muss sich erst Anfang 2005 wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht in Kalifornien verantworten. Richter Rodney Melville vom Superior Court in Santa Maria verschob den Prozessbeginn am Dienstagabend um gut vier Monate auf den 31. Januar. Damit gab er einem Antrag von Jacksons Verteidigern statt, die unter Hinweis auf die Fülle der Dokumentation eine Verlängerung des Verfahrens beantragt hatten. Der Prozess sollte ursprünglich bereits am 13. September beginnen.

Neue Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Bei einer Anhörung am Dienstag hatte ein Staatsanwalt weitere Einzelheiten der Anklage präsentiert. Gordon Auchincloss erklärte dem Gericht, dass Jackson (45) nach einer Fernsehdokumentation der britischen BBC im Februar 2003 in Panik geraten sei. In der Sendung hatte er selbst bereitwillig zugegeben, sein Bett mit Kindern zu teilen. Aus Angst um die Zukunft seiner Karriere habe Jackson den Jungen, den er zuvor missbraucht habe, mit einem Privatjet auf seine Neverland Ranch bringen lassen und dort "gefangen gehalten".

In der Fernsehdokumentation, die im Februar 2003 ausgestrahlt wurde, war Jackson Hand in Hand mit dem Jungen zu sehen, der ihn nun des Missbrauchs beschuldigt. Auchincloss warf Jackson vor, John Doe durch das luxuriöse Leben auf der Neverland Ranch verführt zu haben: "In Neverland gibt es lange Nächte und keine Hausaufgaben. Es ist eine Welt der Genusssucht. Das bringt John Doe schließlich dazu, in Michael Jacksons Bett zu schlafen." Immer wieder habe Jackson den jungen John und dessen Familie mitten in der Nacht mit dem Flugzeug abholen und zu seiner Ranch bringen lassen.

Gleichzeitig habe Jackson den Jungen unter Druck gesetzt, bis dieser ihn in einem Video von jeglichem Missbrauchsvorwurf freisprach. Der Staatsanwalt erklärte, es seien insgesamt 28 versteckte Handlungen bekannt, die alle den Vorwurf der Verschwörung untermauerten. "Michael Jackson hatte die Gelegenheit und das Motiv zur Tat", sagte der Ankläger.

Gegen Millionen-Kaution auf freiem Fuß

Jackson wird in der zehn Punkte umfassenden Anklageschrift angelastet, sich zwischen Februar und März 2003 an dem damals zwölfjährigen Jungen vergangen zu haben. Der Popstar wurde im November festgenommen und befindet sich gegen Millionen-Kaution auf freiem Fuß. Zu den Anklagepunkten gehören außer Kindesmissbrauch in vier Fällen auch Verschwörung zur Kindesentführung. Jackson hat sich in allen Punkten für nicht schuldig erklärt.