Naomi Campbell wird 40 Die Schöne und das Biest in ihr


Ihre Ausraster sind ebenso legendär wie ihr Astralkörper: Supermodel Naomi Campbell, einfaches Mädchen aus London, behauptet sich seit über 20 Jahren im Modelbusiness und feiert nun ihren 40. Geburtstag.

Zicke, Diva und Furie sind wohl die häufigsten Bezeichnungen, die im Zusammenhang mit Supermodel Naomi Campbell gebraucht werden. In über 20 Berufsjahren hat sich die Britin ihren Ruf als schwierige Schönheit erarbeitet. Am 22. Mai feiert Naomi Campbell nun ihren 40. Geburtstag.

Aufgewachsen als verwöhnte Göre ist Naomi Campbell im Londoner Stadtteil Lambeth bestimmt nicht. Ihre Mutter Valerie war eine Tänzerin aus Jamaika, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Die Schule bricht Campbell vorzeitig ab, eine Berufsausbildung machte sie nie. Doch schon früh steckt offenbar das Talent in ihr, zu präsentieren, sich darzustellen. Sie ist noch nicht einmal acht Jahre alt, als sie im Video "Is this love?" von Bob Marley mitspielt. Zusammen mit dem berühmten Landsmann ihrer Mutter und einem guten Dutzend anderer Kinder tanzt sie durch einen Kindergarten und dann durch die Straßen.

Als 14-Jährige verlässt Naomi Campbell die Schule, um Schauspielunterricht zu nehmen. Ein Jahr später, im Alter von 15, wird sie von Beth Boldt, einer Agentin der Frauenzeitschrift "Elle", beim Shoppen im Londoner Covent Garden entdeckt. Ein Vertrag bei der Modelagentur "Synchro Models" sowie erste Fotoaufnahmen für die britische "Elle" folgen. Der große Durchbruch gelingt Campbell im August 1988: Als erstes schwarzes Model überhaupt ziert sie den Titel der "Vogue". Der Startschuss für eine Weltkarriere, die bis heute andauert. Denn auch mit 40 Jahren flaniert Naomi Campbell noch über den Laufsteg - hier bei der Modewoche in London - und wirbt für renommierte Modemarken. 2008 schmückt sie die Herbst-Winter-Kampagne des Luxuslabels Yves Saint-Laurent, 2009 posiert sie gemeinsam mit Claudia Schiffer und Eva Herzigova für Düfte der Marke D&G.

Doch neben ihren glamourösen Laufsteg-Auftritten und zahlreichen Foto-Shootings sind es vor allem die Skandale, die Naomi Campbell bekannt machen. Mit ihrem Vorstrafenregister könnte sie glatt einem Kleinkriminellen Konkurrenz machen. 2000 steht Campbell in Toronto vor Gericht, weil sie ihre frühere Assistentin Georgina Galanis mit dem Handy attackiert und gedroht haben soll, sie aus dem fahrenden Auto zu werfen. Campbell kommt glimpflich davon, zahlt Galanis eine Entschädigung und macht eine Therapie gegen ihre Agressionen.

Vorläufiger Höhepunkt in Campbells Justiz-Laufbahn: 2006 wird sie in New York verhaftet, weil sie ihrer Hausangestellten mit dem Handy eine blutige Platzwunde am Kopf verpasste. Zur Strafe muss Campbell im März 2007 einen fünftägigen Putzdienst bei der New Yorker Müllabfuhr antreten. Campbell nutzt selbst dieses Desaster zur geschickten Selbstvermarktung und erscheint zum täglichen Dienst in Designerroben.

All der Agressions-Therapien zum Trotz rastet Naomi Campbell immer wieder aus. 2008 verliert sie am Londoner Flughafen Heathrow die Beherrschung, weil ihr Gepäck verschwunden ist, 2010 steht sie unter Verdacht, ihren Chauffeur verprügelt zu haben.

Privat ist Campbell seit gut zwei Jahren mit dem russischen Geschäftsmann Vladislav Doronin liiert, angeblich planen die beiden sogar eine Hochzeit. Einziger Haken: Doronin ist offiziell noch verheiratet. Mit seiner Gattin Ekaterina hat der 47-Jährige sogar eine gemeinsame Tochter. Campbell und Doronin lernen sich 2008 am Rande der Filmfestspiele von Cannes kennen. Doronins Vermögen wird auf 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Bei Campbells anspruchsvollem Lebensstil keine schlechten Voraussetzungen.

Bei all ihren Zickereien und Allüren hegt Naomi Campbell aber auch lobenswerte Absichten. So organisiert sie seit Jahren die Modenschau "Fashion for Relief", bei der Prominente für den guten Zweck Kleider präsentieren. 2005 gehen die Einnahmen an die Opfer des Hurrikans Katrina, 2008 unterstützt Campbell britische Hochwasseropfer. In diesem spendet das Model für die Erdbebenopfer auf Haiti. Die Show im Rahmen der Londoner Modewoche, bei der unter anderem Kate Moss (l.) auftritt, ist zugleich eine Hommage an den verstorbenen Designer Alexander McQueen.

jum/msl

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