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Private Fotos Lady Gaga kämpft im Slip gegen den Schönheitswahn


Lady Gaga wie Gott sie schuf: Mit einer mutigen Aktion hat die Sängerin dem Schönheitswahn den Kampf angesagt. Sie postete Fotos von sich in Unterwäsche, die ihren nicht perfekten Körper zeigen.
Von Jens Maier

Sie sehe "fleischiger" aus: Nach ihrem Konzertauftritt in Amsterdam in der vergangenen Woche machten sich britische Zeitungen über Lady Gaga lustig. Die "Daily Mail" spotttete über ihr angebliches Hüftgold und zeigte Fotos, auf denen die 26-Jährige in ein Mieder geschnürt war. Etwa zwölf Kilo soll die Künstlerin zugelegt haben, wusste das Blatt zu berichten. Jetzt geht Lady Gaga in die Gegenoffensive. Sie will allen Schönheitswahnsinnigen eine Lektion erteilen.

Auf ihrer Website "Littlemonsters.com" veröffentlichte die Sängerin am Dienstag mehrere Fotos von sich in Unterwäsche. Sie zeigen nicht die glamouröse Lady Gaga, die sonst stark geschminkt oder in verrückten Kostümen zu sehen ist, sondern die zerbrechliche Stefani Germanotta. In gelben Dessous und mit zerzausten, langen Harren und mit geschlossenen, ungeschminkten Augen präsentiert sie ihren nicht perfekten Körper und ihre Schönheitsfehler - und damit ihre eigenen Schwächen.

Gaga fordert ihre Fans auf, eigene Fotos zu posten

Mit der sympathischen und mutigen Aktion will Gaga eine "Körperrevolution" starten. Unter der Überschrift "Feiere mit uns deine vermeintlichen Fehler", fordert sie ihre Fans dazu auf, ein Foto von sich zu posten. Es soll den "Triumph über die eigene Unsicherheit" zeigen und damit dem Schönheitswahn in der Gesellschaft ein Ende bereiten. Vor allem Essgestörten will Gaga helfen, denn wie sie jetzt zugab, litt sie selbst jahrelang unter der Krankheit.

"Bulimie und Magersucht seit ich 15 bin", twitterte sie zu einem der insgesamt vier hochgeladenen Bilder. Seit ihrer Kindheit habe sie mit Gewichtsproblemen gekämpft. Heute habe sie ihren Körper und ihre eigenen Unzulänglichkeiten akzeptiert. "Ich bin stolz, egal mit welcher Kleidergröße", schreibt Gaga, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrer Mutter die "Born This Way"-Stiftung gegründet hat, "um Tapferkeit zu fördern", wie sie sagt. Junge Menschen sollen lernen können, sich individuell zu entfalten.

Fans sind von Aktion begeistert

Für ihre Fotos wird Gaga von ihren Fans euphorisch gefeiert. Mehrere User sind ihrem Beispiel gefolgt und haben Fotos von sich auf der Website gepostet. Eine Userin schreibt zu einem Foto von sich im BH: "Ich erhole mich gerade von Magersucht und unterstütze deinen Mut." Ein anderer zeigt ein Bild von sich und seinen Narben und sagt: "So sehe ich aus - und ich bin stolz darauf."

Wie es scheint, hat die New Yorkerin mit ihrer Aktion einen Nerv getroffen. Selbst die "Daily Mail", die in der vergangenen Woche noch gelästert hatte, rudert jetzt zurück. Die Bilder seien "unvorteilhaft" für Gaga gewesen. Sie hätten sie "kurviger als gewöhnlich" aussehen lassen. Der Kampf gegen den Schönheitswahn scheint zu wirken.


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