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Britisches Königshaus Fotograf über die Unterschiede der Royals: "Meghan weiß, dass sie für ein gutes Bild etwas tun muss"

Sehen Sie im Video: Fotograf über die Unterschiede der Royals – "Meghan weiß, dass sie für ein gutes Bild etwas tun muss".












Laura Schäfer (stern) Ja, Albert. Jetzt ist die Queen im Alter von 96 Jahren gestorben. 70 Jahre auf dem Thron. Gerade für dich als Fotografen. Wie bleibt sie denn für dich in Erinnerung?


Fotograf Albert Nieboer Ja, ich meine, die Queen ist für mich ein Icon, sozusagen. Und das ist ja, wie das Wort auch sagt, "The Queen". Ich meine, wir haben ja mehrere Königinnen in Europa, aber sie war eigentlich einzigartig und schade drum, dass sie jetzt verstorben ist. Aber im Alter von 96 Jahre, ja, da kann man doch Frieden damit haben.


Laura Schäfer (stern) Als Fotograf, du machst das seit über zwei Jahrzehnten und hast sie sicherlich auch das eine oder andere Mal schon getroffen. Gibt es für dich irgendwie so ein Event oder ein Erlebnis mit ihr, was für dich sofort ins Gedächtnis kommt, wenn du an sie denkst jetzt?


Fotograf Albert Nieboer Ja, das habe ich sicher. Es war mal ein Termin hier in London und das war in meiner Anfangszeit und da machte sie so einen sogenannten Walk-About, wenn sie bei den Leuten vorbeiging. Und ich war dann auch in der Menschenmenge und da kam sie auf mich zu noch, und da wollte sie mir eine Hand geben. So wie ich es auch bei anderen Leute tat. Aber ich wollte gar keine Hand, ich wollte Bilder machen und das habe ich dann auch verpasst.


Laura Schäfer (stern) Ist sie schon jemand gewesen, der gut zu fotografieren war oder hat sie sich so ausgezeichnet, gerade auch mit ihren bunten Kleidungen vielleicht? War das gut? War das schlecht aus Fotografensicht?


Fotograf Albert Nieboer Für uns als Fotografen war es schon sehr gut. Farbige Kleidung, das ist für das Bild immer gut. Und das verkauft sich auch besser. Und sie war immer so professionell, würde ich sagen. Und bei ihr bekam man schon öfters auch ein gutes Bild, weil sie sich eben auch die Zeit nahm und bei den Jüngeren sehen wir das etwas weniger.


Laura Schäfer (stern) Du hast es gerade angesprochen. Jetzt steht ja mit Charles oder der nächste König praktisch vor dem Thron mit einer Königin Camilla, die sich – du hast das gerade gesagt – anders verhalten vor der Kamera. Was sind denn so Unterschiede, die dir da auffallen?


Fotograf Albert Nieboer Ja, ich meine, die kommen bei einen Termin, kommen die an, steigen aus dem Auto und wir sitzen dann, stehen an den Fixed-Points, wie man das nennt und möchten dann eigentlich ein Bild machen. Und dann sie beachten uns gar nicht. Das ist dann schon, wenn die vielleicht weggehen, dass man noch ein gutes Bild hat oder ein Lucky-Shot. Man hat nie die Gewissheit oder Sicherheit, dass man ein gutes Bild von den machen kann. Und das ist schon schwierig.


Laura Schäfer (stern) Aber wie ist das zum Beispiel mit Königin Camilla? Bei ihr habe ich schon so den Eindruck, dass sie manchmal, vielleicht aber auch nur bei einzelnen Fotografen, dass sie durchaus auch in die Kameras guckt und lächelt und weiß: Okay, ich muss jetzt wenigstens einmal reingucken, damit die auch ihr Foto haben und glücklich sind.


Fotograf Albert Nieboer Ja, die Königin Camilla, das stimmt. Die hat auch ein Auge dafür, und die gibt auch ein Bild. Das habe ich auch von meinen englischen Kollegen gehört, dass sie sehr nett ist und meine Erfahrung selbst habe ich die noch nicht so oft fotografiert, aber das ist schon ja gut.


Laura Schäfer (stern) Dann vielleicht noch eine Frage zu der ganz jüngeren Garde, also Richtung Kate, Richtung Megan zum Beispiel: wie nimmst du sie denn wahr? Ich glaube, da gibt es auch durchaus Unterschiede, denn Meghan hat ja einen Entertainment-Hintergrund. Kate wirkt ja sonst immer sehr reserviert, schüchtern.


Fotograf Albert Nieboer Die Herzogin Megan, die ist schon mehr davon bewusst, dass sie etwas dafür tut, um auch ein gutes Bild zu bekommen. So wie bei Herzogin Kate, der Princess of Wales jetzt, das ist immer schwierig. Ich meine, die gibt vielleicht ein Bild für die Fotografen, die in einen Fotografen-Pool sitzen, und da gibt sie sich vielleicht noch Mühe. Aber sonst ist es für uns ja eigentlich, würde ich sagen, eine Katastrophe, ein gutes Bild zu bekommen. Denn die machen eigentlich nichts extra für uns als Fotografen, die jetzt nicht in den Pools sitzen.


Laura Schäfer (stern) Du hast gesagt, die drehen sich dann auch teilweise extra mit dem Rücken zu euch.


Fotograf Albert Nieboer Ja, das stimmt. Die steigen irgendwie, wenn sie ankommen aus dem Auto. Und obwohl die wissen, dass wir dann gegenüber der Straße sind, dann steigen die aus dem Auto irgendwie mit dem Rücken zu uns. Und anstatt dass die jetzt aussteigen, normalerweise und ein Bild machen können, ich meine einen Rücken oder die so von der Seite, das ist kein Bild für mich und das ist schon traurig.


Laura Schäfer (stern) Das verkauft sich, schätze ich mal, auch nicht so gut wie jetzt.


Fotograf Albert Nieboer Das ist dann für uns immer viel Mühe, um sowieso überhaupt hier nach England zu kommen, um einen Termin wahrzunehmen. Und man hat nicht die Gewissheit, dass man auch mit ein gutes Bild zurückkommt und das auch verkaufen zu können.

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Albert Nieboer reist als Royal-Fotograf um die Welt. Mit dem stern spricht er über seine Erfahrungen mit den Windsors und ihren Unterschieden vor der Kamera.

Albert Nieboer ist seit 22 Jahren als Fotograf auf den Spuren internationaler Royals unterwegs. Über 80 Länder hat der Niederländer schon im Kielwasser der prominenten Fotoobjekte bereist. Natürlich ist er zum Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. in die englische Hauptstadt gekommen. Im Interview mit dem stern erinnert sich Nieboer an eine lustige Begegnung mit der verstorbenen Monarchin. Für ihn ist sie eine "Ikone", deren Tod er bertrauert. 

Der Fotograf macht in unserem Interview aber auch deutlich, wie sehr sich die anderen Mitglieder der Royal Family unterscheiden. Königin Camilla, Prinzessin Kate und Herzogin Meghan verhalten sich teilweise sehr anders vor der Kamera. Die Eine macht es ihm leichter, die Andere etwas schwerer. Wer beliebt bei den Fotografen ist und wer eher eine "Katastrophe" – das erfahren Sie im Video oben.


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