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Schönheitsideale: Wie Britney Spears' falscher Po Kinder aufklärt

Das Foto beweist: Bei Britney Spears' Hintern wurde nachretuschiert. In einer Broschüre der britischen Regierung dient das Bild als Anschauungsmaterial für Kinder. Die sollen früh lernen, mit welchen Tricks Prominente arbeiten.

Von Jens Maier

Die Sexualaufklärung hat schon viele Eltern ins Schwitzen gebracht: Wie erkläre ich meinem Kind feuchte Träume, Masturbation oder was ein Kondom ist? Doch künftig sollen Erwachsene ihren Sprösslingen nicht nur das Wunder der Geburt, sondern auch das Geheimnis von stets perfekt aussehenden Prominenten erklären: digitale Fotonachbearbeitung. Hochglanzfotos in Zeitschriften, Werbeanzeigen und im Fernsehen beeinflussen Studien zufolge das Schönheitsideal von Kindern nachhaltig. Die britische Regierung will deshalb jetzt bereits Sechsjährige über die Foto-Tricksereien aufklären.

Im Rahmen einer Kampagne zu mehr körperlichem Selbstbewusstsein wird Eltern in einer Informationsbroschüre aufgezeigt, wie sie ihre Kinder möglichst früh für das Thema sensibilisieren können. Es wird erklärt, wie die Fotonachbearbeitung mithilfe von digitalen Hilfsmitteln funktioniert. Außerdem werden anhand von Beispielfotos die Tricks der gutaussehenden Hollywoodstars entlarvt.

Als Negativ-Beispiele müssen Britney Spears, Jonathan Rhys Meyers und Keira Knightley herhalten. Auf Vorher-Nachher-Bildern wird Spears' Hintern auf wundersame Weise straffer, Meyers Augen strahlend blau und Knightleys Busen größer. Den Kindern soll auf diese Weise klargemacht werden, dass fast jeder Prominente seinem Aussehen mit technischen Tricks nachhilft und in Wahrheit selbst Hollywoodstars Pickel, Orangenhaut oder Falten haben.

Internetseite überführt die dreistesten Fälschungen

"Es ist wichtig, den Kindern zu erklären, welchen Einfluss Medien und Werbung auf ihr körperliches Selbstbewusstsein haben", heißt es in der Broschüre, die kostenlos im Internet zum Download bereitsteht. Kinder würden Bilder, die sie umgeben, bewusst wahrnehmen. "Deshalb ist es wichtig, sicherzustellen, dass sie bereits in jungen Jahren den Unterschied zwischen dem, was echt ist, und dem, was verändert wurde, erkennen können."

Wem die Fotos in der Broschüre nicht drastisch genug sind, kann seine Kinder auch über die Internetseite "Photoshop Disasters" über die Tricks bei Fotonachbearbeitungen aufklären. Seit Jahren werden dort besonders dreist gefälschte Fotos gesammelt mit teilweise kuriosem Ergebnis. So kommt es schon mal vor, dass der Arm eines Models an der völlig falschen Stelle sitzt oder die Lippen so schlecht retuschiert wurden, dass die Fälschung sofort erkennbar ist.