Spekulation um Todesursache Polizeichef schließt Mord an Jackson nicht aus


Wie starb Michael Jackson wirklich? Auch zwei Wochen nach dem plötzlichen Herztod des Popstars gibt es keine Klarheit. Während sich die Gerichtsmediziner auf Jacksons Medikamentensucht konzentrieren, hält der Polizeichef von Los Angeles sogar Mord für möglich.

Der Polizeichef von Los Angeles will nicht ausschließen, dass Michael Jackson auch ermordet worden sein könnte. In einem Interview mit dem US-Sender CNN sagte William Bratton am Donnerstag, dass die Ermittler das Ergebnis der Autopsie abwarten müssten. Danach würde in Absprache mit den Gerichtsmedizinern entschieden, ob es sich um einen Kriminalfall handelt. Derzeit liefen "sehr weitreichende Untersuchungen", sagte Bratton. Sie hätten Jacksons Medikamenteneinnahme und die zahlreichen Ärzte des Popstars ins Visier genommen. "Haben wir es mit einem Mord zu tun? Mit einer versehentlichen Überdosis?", fragte Bratton. "Ich kann Ihnen sagen, das weiß ich noch nicht."

CNN zufolge kann es noch zwei Wochen dauern, bis die toxikologischen Untersuchungen der offiziellen Obduktion bekannt werden. Auch eine unabhängige Autopsie, die von Jacksons Familie in Auftrag gegeben worden war, brachte noch kein Resultat. Der Sänger war am 25. Juni mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Die Behörden ermitteln, ob die mutmaßliche Medikamentensucht von Michael Jackson Ursache für den Tod war.

Die Gerichtsmedizin forderte inzwischen sämtliche Krankenakten des Sängers von seinen Ärzten an. Wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtet, sollen alle verfügbaren Dokumente geprüft werden, darunter auch Röntgenaufnahmen und psychiatrische Aufzeichnungen. Der Anwalt von Jacksons Hautarzt Arnold Klein sagte, sein Mandant habe die angeforderten Dokumente bereits übergeben. Es handele sich dabei um eine Standardanfrage. Laut "Los Angeles Times" wollen die Ermittler herausfinden, wie der Sänger ohne Rezept an verschreibungspflichtige Medikamente kam.

Die Ermittlungen zur Todesursache hatten sich zuletzt zunehmend auf eine mögliche Medikamentensucht Jacksons konzentriert. Dabei geht es Berichten zufolge um fünf Ärzte, die den Sänger behandelt hatten. Eine zentrale Frage ist dabei, wer ihm das starke Beruhigungsmittel Diprivan verschaffte. Das auch als Betäubungsmittel bei Operationen benutzte Medikament war nach Jacksons plötzlichem Herzstillstand in seiner Villa in Los Angeles gefunden worden. Jacksons Leibarzt Conrad Murray hatte nach dem Tod Jacksons Vorwürfe zurückgewiesen, er habe seinem Patienten das Medikament verabreicht.

In Michael Jacksons Heimatort Gary im US-Staat Indiana wird es heute eine Gedenkfeier zu Ehren des verstorbenen "King of Pop" geben. Daran werde auch Jacksons Vater Joe teilnehmen, kündigte Bürgermeister Rudy Clay an. Außerdem würden die Bürgerrechtler Al Sharpton und Jesse Jackson erwartet. Die Veranstaltung findet in einem Baseball-Stadion in der Nähe des Hauses statt, in dem Michael Jackson seine Kindheit verbrachte. Nach der Veröffentlichung des ersten Albums der Jackson Five im Jahr 1969 zog die Familie nach Kalifornien. Seit Michael Jacksons Tod am 25. Juni pilgerten zahlreiche seiner Fans nach Gary, das 50 Kilometer südöstlich von Chicago liegt.

DPA/AFP/AP AP DPA

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