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Streit um Prinz Williams Neuseelandreise: Ein Maori-König ist kein "Karnevalsprinz"

Mit deutlichen Worten hat Maori-König Tuheitia die Absage seines Treffens mit Prinz William und dessen Frau Kate verteidigt. Er sei "kein Karnevalsprinz, der zum Winken hervorgeholt" werde.

Einmal William und Kate treffen: Viele Untertanen im Vereinigten Königreich würden sich schon über wenige Sekunden Aufmerksamkeit des Prinzen und seiner Ehefrau freuen - geschweige denn über 90 Minuten. Doch weil ihm eineinhalb Stunden zu kurz erschienen, sagte Maori-König Tuheitia ein Treffen mit William und Kate bei deren Staatsbesuch in Neuseeland im kommenden April kurzerhand ab. Ein Affront gegen das britische Königshaus, urteilten britische Medien. Doch Tuheitia sieht es genau umgekehrt.

"Der König ist kein Karnevalsprinz, der zum Winken hervorgeholt wird und jedermann auf Abruf zur Verfügung steht", sagte der Sprecher des Maori-Königs. Besonders verärgert scheint der 58-Jährige vor allem darüber, dass er nicht in die Besuchsplanungen einbezogen wurde. "Der König wurde nie gefragt, er wurde immer nur angewiesen", sagte sein Sprecher.

Tuheitia schreibt an William und Kate

Trotz der deutlichen Worte ist Tuheitia um Schadensbegrenzung bemüht. Er habe persönlich an Prinz William und dessen Frau Kate geschrieben und dargelegt, warum er die beiden bei ihrem Besuch in Neuseeland nicht empfängt. Er glaube, dass 90 Minuten nicht ausreichten, um die traditionelle Begrüßungszeremonie der Maori, die aus einem Tanz mit viel Brust-und Schenkelschlagen und Zunge-Wackeln besteht, durchzuführen. Das gebiete aber der gegenseitige Respekt.

Verlängerung des Besuchs unwahrscheinlich

Die Schuld an dem verpatzten Besuch gibt Tuheitia aber nicht Prinz William und dessen Stab, sondern "gesichtslosen Bürokraten in Wellington", die den Ablauf der Reise ohne Rücksprache mit ihm geplant hätten. Eine mögliche Änderung des Besuchsprogramms mit mehr Zeit für den Maori-König ist dennoch unwahrscheinlich. Das lasse das enge Programm nicht zu, sagte Regierungssprecher Allen Walley.

Um einen Affront dennoch zu verhindern, hat König Tuheitia seine Absage an William und Kate mit einer neuen Einladung verbunden. Sie sollten möglichst bald wieder nach Neuseeland kommen, um ihn zu treffen. Dann hoffentlich mit mehr Zeit als 90 Minuten.

mai
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