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TomKat: Katie entflieht der Cruise-Control

Katie Holmes soll die Nase voll haben von ihrem Ehemann, ein Engagement am New Yorker Broadway soll nicht nur räumlichen Abstand bringen zu Tom Cruise. Doch der mächtigste Mann Hollywoods weiß, wie man böse Trennungsgerüchte bekämpft, seine Methoden könnten noch jeder PR-Agentur eine Lektion erteilen.

Von Frank Siering, L.A.

100.000 Dollar für einen Kindergeburtstag? Sicher, warum nicht, wenn der Papa Tom Cruise heißt. Ein Handy als Geschenk für eine Zweijährige? Auch das wahrlich nicht ungewöhnlich in den Kreisen der Hollywood-Elite. Aber ein bestelltes Kussfoto von Mama und Papa aus der Luft, damit das Gerede über die vermeintliche Trennung endlich aufhört? Das überrascht selbst die ganz Hartgesottenen in Lala-Land.

Seit Wochen wabern die Gerüchte durch die Stadt: Katie Holmes wolle sich trennen, wolle den mächtigen Kontroll-Freak Tom Cruise verlassen. Der "Star", eine bunte US-Postille mit zweifelhaftem Ruf, aber gutem Riecher für echte Klatschgeschichten, titelte bereits "The Fight for Suri" - der Kampf um Suri. Suri ist die Tochter von Tom Cruise und Katie Holmes. Und Mama Holmes soll schon seit einiger Zeit nicht mehr ganz so happy sein mit dem "Mission Impossible"-Grinsevater. Kein Wunder, soll er doch an allem etwas zu mäkeln haben: Holmes' beste Freundin, Victoria Beckham, soll dem Scientologen Cruise ein Dorn im Auge sein. Ihm wäre es angeblich lieber, wenn Katie die Nicht-Scientologin seltener sähe. Zu viel Kontrolle, selbst für eine chronische Jasagerin wie Holmes. Deshalb soll sie sich hinter seinem Rücken um ein Engagement am Broadway beworben haben, schreibt der "Star". Und Tochter Suri wolle sie mitnehmen nach New York. Weit weg von Tom.

Jede PR ist gute PR

Alles Humbug, nicht das mit dem Broadway, aber die Trennungs-Story, dementierte das Cruise'sche PR-Lager schnell und heftig. Und wie auf Knopfdruck tauchten auf einmal auch wieder Fotos auf, die das Paar eng umschlungen zeigen, die Hände um die Hüften des Partners geschwungen; auf einem Abschuss küssten sie sich gar. Solche Aufnahmen waren rar geworden in letzter Zeit und ihr Ausbleiben hatte Anlass für Spekulationen gegeben.

Doch Tom Cruise ist ein Meister der Inszenierung. Das hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Als Gerüchte um seine sexuellen Neigungen auftauchten, legte er sich attraktive Freundinnen zu. Als er sich mit "Vanilla Sky" im ernsten Filmfach etablieren wollte, gab er seine Liebschaft mit Filmpartnerin Penelope Cruz bekannt. Als er seinen dritten "Mission Impossible"-Film promoten musste, tauchte auf einmal Katie Holmes als neue Lady in Cruises Leben auf. Unvergessen sein Werbeauftritt auf Oprah Winfreys Sofa.

Gibt es kein Entkommen für Katie?

Die Klatschblätter konnten sich vor Schlagzeilen kaum retten. Und Tom Cruise lächelte zusammen mit seinem späteren Trauzeugen, dem Chef der Scientology-Sekte David Miscavige, um die Wette. Bessere PR für die "Kirche" und den Film konnte sich selbst einer wie Cruise kaum wünschen. Doch jetzt, da die Flitterwochen endgültig vorbei sind, scheint Katie zu erkennen, dass sich hinter dem großartigen Lachen von Cruise eine fast krankhaft veranlagte Kontrollsucht verbirgt. Jetzt soll sie auf einmal ihr Leben zurück wollen, ihre Unabhängigkeit, ihre Freiheit.

Zu spät, spekulieren die einen. Zu gewagt, sagen die anderen. Cruise hat in der Scientology-Kirche den Rang eines Thetanen inne. Einer, der nicht mehr auf Körper und Ort angewiesen ist, um seinen und den Willen anderer zu kontrollieren. Das dürfte ein gruseliger Gedanke sein für Katie Holmes.

Kann sie den Fängen ihres Ehemannes nirgendwo mehr entkommen? Nicht in New York, nicht in Los Angeles? Cruise-Control bis in die letzten Gehirnstränge. Bleibt zu hoffen, dass zumindest Suri Cruise die Kontrollsucht ihres Daddys ein bisschen bändigen kann. Wenn das Handy klingelt, muss sie ja nicht rangehen. Auch wenn der Papa ihr dieses Geschenk gemacht hat.