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Verona Pooth: Vom Leibwächter verklagt

Verona Pooth verdankt ihren Erfolg und ihre Millionen im Wesentlichen ihrem Ruf. Als naive, leicht dümmliche Brünette stieg die 40-Jährige zur Werbeikone auf. Den Ruf ihres ehemaligen Leibwächters hat Pooth hingegen ruiniert - behauptet der Bodyguard und zieht gegen Pooth vor Gericht.

Der ehemalige Leibwächter von Verona Pooth will den Fernsehstar erneut verklagen. Die 40-Jährige soll in einem TV-Interview behauptet haben, der Personenschützer habe sich in ihr Haus geschlichen und dort Unterlagen gestohlen. "Wir haben die alte Klage zurückgenommen, um eine bessere einzureichen", sagte sein Anwalt Michael Heinz der Nachrichtenagentur dpa.

Der Leibwächter hatte den Rechtsbeistand gewechselt und daraufhin seine noch von einem Münchener Anwalt erarbeitete Klage zurückgezogen. Heinz widersprach der Vermutung, dem Kläger sei das Geld für den Prozess ausgegangen. Der Gerichtskosten-Vorschuss sei eingezahlt, nach Rücknahme der Klage aber zurückerstattet worden. Eine Gerichtssprecherin bestätigte dies und korrigierte Gerichtsangaben vom Vortag: Das Computersystem der Justiz habe fälschlich ausgewiesen, dass die Summe nicht gezahlt worden sei. Ein Sprecher Pooths wollte die neue Entwicklung nicht kommentieren.

Verona Pooth bleibt ein Schadenersatz-Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht damit vermutlich doch nicht erspart. Der ehemalige Leibwächter der Familie hatte die 40-Jährige in seiner ersten Klageschrift auf 70. 000 Euro Schadenersatz wegen Rufschädigung verklagt. Er habe nach Äußerungen des TV-Stars seinen neuen Arbeitsplatz verloren und keine Aussicht mehr, in seinem Beruf zu arbeiten, hatte er argumentiert.

Klage gegen Franjo Pooth war erfolgreich

Rechtsanwalt Heinz bezeichnete die Erfolgschancen für den Leibwächter als gut. Wegen ähnlicher Aussagen hatte er gegen Veronas Ehemann Franjo vor dem Landgericht bereits gewonnen. Franjo Pooth darf seither nicht mehr behaupten, dass der Personenschützer ihn bestohlen habe und in sein Haus eingebrochen sei. Pooth sei den Beweis für seine ehrverletzenden und herabwürdigenden Behauptungen schuldig geblieben, hatte das Gericht befunden.

Die Pooths hatten angedeutet, dass sie in dem ehemaligen Leibwächter einen der Schuldigen für ihre Misere sehen. Sie hatten ihm vorgeworfen, Unterlagen an die Presse verkauft zu haben, die die Bestechungsaffäre und das Ermittlungsverfahren gegen Franjo Pooth ausgelöst hatten.

Im März muss sich Franjo Pooth nach seiner Millionen-Pleite mit seinem Elektronik-Unternehmen Maxfield erneut vor Gericht verantworten. Dann versucht die Düsseldorfer Stadtsparkasse, eine größere Summe von Pooth zu erstreiten. Ein Strafprozess droht dem gebeutelten Unternehmer auch noch: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn nach wie vor wegen Bestechung, Insolvenzverschleppung und Steuerhinterziehung.

DPA / DPA